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16. Kinder- und Jugendbericht : „Demokratie braucht demokratische Bildung“

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey stellt den 16. Kinder- und Jugendbericht vor. Bild: dpa

Die Familienministerin weist pauschale Kritik am Verhalten Jugendlicher in der Pandemie zurück. Die meisten verhielten sich verantwortungsvoll, sagt sie bei der Vorstellung des Kinder- und Jugendberichts. Dessen zentrale Forderung: mehr politische Bildung.

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          Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) hat pauschale Kritik am Verhalten von Jugendlichen in der Corona-Pandemie zurückgewiesen. Die jungen Menschen verhielten sich „zum allergrößten Teil verantwortungsbewusst und rücksichtsvoll“, obwohl viele Lebensläufe durch die Krise beeinträchtigt würden, sagte Giffey am Mittwoch bei der Vorstellung des Kinder- und Jugendberichts in Berlin. Lernen, Austausch mit Gleichaltrigen, die Welt erkunden oder auch mal eine Party feiern sei gegenwärtig verboten oder nur eingeschränkt möglich.

          Heike Schmoll
          Politische Korrespondentin in Berlin, zuständig für die „Bildungswelten“.

          Zentrale Forderung des 16. Kinder- und Jugendberichts, der von einer unabhängigen Sachverständigenkommission erarbeitet wurde, ist ein Ausbau und eine zeitgemäße Gestaltung der politischen Bildung. „Demokratie braucht demokratische Bildung“, sagte Giffey. Es brauche mehr und andere Formen der politischen Bildung, etwa durch eine Verknüpfung mit der Förderung der Medienkompetenz.

          Der Vorsitzende der Berichtskommission, Christian Palentien, begründete den erhöhten Bedarf an politischer Bildung mit neuen Themen wie Globalisierung und Klimawandel sowie der Gefährdung der Demokratie. Diese Phänomene kämen „relativ schnell“ auf Kinder und Jugendliche zu, die Antwort darauf sei „mehr politische Bildung“, auch schon im Kindergarten. Ob Familie, Kita, Schule, Ausbildung, Jugendbildungsstätten oder Jugendverbände, Medien oder auch die Bundeswehr – viele Akteure trügen Verantwortung für politische Bildung. Denn es gehe nicht nur um die Aneignung von Wissen über politische und gesellschaftliche Institutionen, sondern auch um praktisches Handeln, um die Ausbildung eigener politischer Analyse-, Urteils- und Handlungsfähigkeit.

          In Extremismusprävention darf sich politische Bildung in den Augen der Experten nicht erschöpfen. Denn sie laufe Gefahr, zentrale Prinzipien politischer Bildung aufzugeben. Eine fundierte politische Bildung in Verbindung mit wirkungsvollen Beteiligungsmöglichkeiten trage dazu bei, junge Menschen für die Demokratie zu gewinnen und zu befähigen. Dazu gehöre auch die Senkung des Wahlalters auf 16 Jahre. Politische Bildung müsse noch stärker die Lebenswelten und Interessen junger Leute berücksichtigen, auch in der Sprache, wird in dem Bericht gefordert.

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          In der Corona-Pandemie sehen die Autoren viele Lernanlässe, etwa für die Grundrechte und die Möglichkeiten ihrer Einschränkung in Notstands- und Seuchenschutzsituationen. Auch die EU und Nationalstaatlichkeit in Krisenzeiten müssten im Rahmen politischer Bildung debattiert werden, ebenso wie die Rolle demokratischer und zivilgesellschaftlicher Öffentlichkeiten. Bemängelt werden in dem Bericht fehlende Mitwirkungsmöglichkeiten für Jugendliche und eine verkürzte Sicht auf ihre Rolle als Schüler.

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