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Sexueller Missbrauch : Anklage im „Fall Lisa“

  • Aktualisiert am

Hunderte Russlanddeutsche demonstrierten im Januar 2016 wegen der angeblichen Vergewaltigung des Mädchens Lisa gegen die deutsche Flüchtlingspolitik. Bild: dpa

Ihre Geschichte wurde zum internationalen Politikum: Eine junge Russlanddeutsche behauptete vor einem Jahr, von Flüchtlingen vergewaltigt worden zu sein – eine Lüge. Trotzdem kommt nun ein Mann vor Gericht.

          Ein Missbrauchsfall im Zusammenhang mit dem russlanddeutschen Mädchen, das eine Vergewaltigung erfunden und damit für internationale Verwicklungen gesorgt hatte, kommt nun vor Gericht. Die Berliner Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen einen deutschen Staatsbürger erhoben, der sexuelle Kontakte zu dem damals 13 Jahre alten Mädchen gehabt haben soll – allerdings einvernehmlich.

          Dem 23 Jahre alten Mann werden schwerer sexueller Kindesmissbrauch und Herstellung pornografischer Schriften vorgeworfen, weil er die Tat gefilmt haben soll. Das sagte die Sprecherin des Landgerichts für Strafsachen am Dienstag. Zuvor hatten die Zeitungen „Bild“ und die „B.Z.“ berichtet.

          Die Russlanddeutsche hatte mit Behauptungen über ihr dreißigstündiges Verschwinden Anfang 2016 für Aufsehen gesorgt. Sie gab an, von Flüchtlingen entführt und vergewaltigt worden zu sein, wofür die Ermittler keine Anhaltspunkte sahen. Russland nutzte den Fall, um gezielt gegen die deutsche Flüchtlingspolitik zu agitieren. Sogar der russische Außenminister schaltete sich ein, hunderte Russlanddeutsche demonstrierten. Später stellte sich heraus, dass sich das Mädchen nur wegen Schulproblemen versteckt hatte.

          Bei den Ermittlungen geriet der nun Beschuldigte in den Fokus: Er wurde verdächtigt, mit dem Mädchen vor ihrem Verschwinden einvernehmliche sexuelle Kontakte gehabt zu haben. Weil das Mädchen jünger als 14 Jahre war, macht sich ein Erwachsener auch bei freiwilligem Sex strafbar. Der Fall kommt laut Sprecherin vor ein Jugendschöffengericht. Ein Termin steht noch nicht fest.

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