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F.A.Z.-Gastbeitrag : Rolf Hochhuth: Edward Snowden Asyl gewähren!

  • Aktualisiert am

Fordert, dass Deutschland den früheren amerikanischen Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden aufnimmt: der Schriftsteller Rolf Hochhuth, hier auf einer Aufnahme aus dem Jahr 2009 Bild: dpa

In einem offenen Brief in der F.A.Z. appelliert der Schriftsteller und Dramatiker Rolf Hochhuth an Kanzlerin Merkel, Edward Snowden Asyl in Deutschland zu gewähren.

          Der Schriftsteller Rolf Hochhuth hat an Bundeskanzlerin Angela Merkel appelliert, dem ehemaligen amerikanischen Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden Asyl in Deutschland zu gewähren. In einem offenen Brief in der F.A.Z. (Donnerstagausgabe) schreibt Hochhuth, Deutschland sei wie kein anderes Land der Welt wegen seiner „schimpflichen Vergangenheit“ verpflichtet, einem Menschen wie Snowden Zuflucht zu gewähren. Während der Nazizeit habe die deutsche intellektuelle Elite von der Großzügigkeit anderer Länder, voran der Vereinigten Staaten, profitiert und nur so Hitlers Herrschaft überlebt.

          Zwar empfinde er, so Hochhuth, Ehrfurcht und Dankbarkeit gegenüber den Vereinigten Staaten, weil diese nach dem Krieg den Deutschen in vielfältiger Weise geholfen hätten, obwohl im Namen Deutschlands unfassbare Verbrechen begangen worden seien. „Doch wie jeder einzelne, so ändert sich auch jedes Volk innerhalb von 70 Jahren: Jenes Amerika, das mit seinem Marshall-Plan das zertrümmerte Europa 1945 wiederaufbaute – ist völlig unvergleichbar mit dem heutigen.“

          Edward Snowden

          Zwar drohten Merkel große Schwierigkeiten, wenn sie Snowden in Deutschland aufnehme. Aber, so Hochhuth abschließend in der F.A.Z., die Schweizer hätten sich nach 1933 auch nicht gescheut, Thomas Mann aufzunehmen, obwohl ihnen von Hitlers Seite „Scherereien“ gedroht hätten.

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