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F.A.Z. Exklusiv : Die „Landshut“ bleibt vorerst heimatlos

Die „Landshut“ Anfang 2017 im brasilianischen Fortaleza Bild: EPA

Zwei Jahre, nachdem die „Landshut“ aus Brasilien nach Deutschland zurückgeholt wurde, ist offen, ob es jemals eine historische Ausstellung geben wird.

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          Seit Herbst 2017 steht die „Landshut” in einem Flugzeug-Hangar in Friedrichshafen. Unter dem seitlichen Cockpitfenster ist auf einer tellergroßen Fläche die Dispersionsfarbe abgeschliffen worden. Die Techniker wollten ausprobieren, ob man die Außenhaut wieder in den ursprünglichen Zustand versetzen kann. Ansonsten ist mit der im Oktober 1977 von einem palästinensischen Terrorkommando entführten Maschine zur Freipressung der RAF-Terroristen seit zwei Jahren nichts passiert.

          Rüdiger Soldt
          (rso.), Politik

          Im Bundestagswahlkampf 2017 hatte der damalige Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) die Maschine aus Geldern des Auswärtigen Amtes gekauft und aus dem brasilianischen Fortaleza mit Hilfe der Lufthansa nach Friedrichshafen fliegen und in David Dorniers privatem Flugzeugmuseum unterbringen lassen. Nach Informationen dieser Zeitung steht das Projekt nun vorerst vor dem Aus: Eine für September geplante Sitzung des wissenschaftlichen Beirats, der derzeit ein Ausstellungskonzept diskutiert, ist abgesagt worden, weil David Dornier den Wunsch von Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU), die jährlichen Betriebskosten in Höhe von etwa 250 000 bis 300 000 Euro zu übernehmen, offenbar nicht erfüllen will. „Alternative Standortoptionen werden seitens der Staatsministerin für Kultur und Medien erwogen“, teilte eine Sprecherin von Monika Grütters mit. „Die Staatsministerin hat Herrn Dornier gegenüber keine Zusage über den Verbleib der ,Landshut’ gemacht.“ Voraussetzung für die Realisierung des Projekts durch die Dornier-Stiftung für Luft- und Raumfahrt (DSLR) sei die „vollständige Finanzierung der Kosten für den laufenden Betrieb der ,Landshut’-Ausstellung durch die Stiftung sowie der Fortbestand des Museums über eine Laufzeit von mindestens 20 Jahren“.

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