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F.A.Z. exklusiv : „Das Evangelium hat stets politische Bedeutung“

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Der Ratsvorsitzende der Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) Bedford-Strohm Bild: Helmut Fricke

Für den Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche, Heinrich Bedford-Strohm, ist die Forderung nach politischer Enthaltung der Kirche unverständlich. Er plädiert sogar für mehr Verantwortung und Einfluss.

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          Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, weist die Forderung nach politischer Zurückhaltung der Kirchen zurück. „Gerade weil der Gott, an den die Christenmenschen glauben, sich von der Welt nicht ab-, sondern ihr zuwendet, hat das Evangelium stets politische Bedeutung“, schreibt der oberste Repräsentant der deutschen Protestanten in einem Beitrag für die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (Montagsausgabe). Aus seiner Sicht müssen die Kirchen aus der Orientierung an der Option für die Armen Verantwortung für und in der Welt übernehmen.

          Wo der Staat gar seinen von Gott gegebenen Auftrag verletzt, müsse Kirche sogar Widerstand leisten, heißt es unter Hinweis auf den von den Nationalsozialisten ermordeten Widerstandskämpfer Dietrich Bonhoeffer (1906-1945). Bedford-Strohm verwies auch auf den Einsatz von Martin Luther King (1929-1968) gegen die Rassentrennung in den Vereinigten Staaten: Rückblickend sei das politische Engagement von Kirchen unstrittig und hochgeschätzt, wenn es nicht sogar schmerzhaft vermisst werde.

          Für die öffentliche Präsenz von Kirche, etwa in Form von Stellungnahmen zu Fragen der Gegenwart, entwickelt der Ratsvorsitzende einen Kriterienkatalog. Prophetisches Reden der Kirche müsse sich auf besondere Situationen beschränken. Für die Hörenden müsse spürbar bleiben, dass nicht nur bestimmte politische Präferenzen moralisch laut intoniert würden, um die mediale Durchschlagskraft zu erhöhen, sondern dass es um etwas „geistlich Bedrängendes“ gehe. Zudem dürfe das prophetische Reden der Kirche den Diskurs nicht verschließen, „sondern es muss ihn öffnen“, führte der bayerische Landesbischof Bedford-Strohm aus.

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