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F.A.Z. exklusiv : Bremen stellt sich gegen Konferenz der Kultusminister

Die Bremer Stadtmusikanten auf dem Marktplatz der Hansestadt Bild: dpa

Wie gut sind deutsche Schüler in Deutsch und Mathematik? Tests in der dritten und achten Klasse sollten Pflicht werden. Kurz vor der Kommunalwahl schert die Hansestadt aus.

          Kurz vor der Bremer Wahl am 26. Mai hat die Senatorin für Kinder und Bildung, Claudia Bogedan (SPD), die verpflichtende Teilnahme an den zentralen Vergleichsarbeiten in der 3. Jahrgangsstufe (Vera-3) ausgesetzt. Die Vergleichsarbeiten sollen den Lernstand der Schüler in Mathematik und Deutsch zeigen und dienen als Rückmeldung an die einzelne Schule und das jeweilige Land oder den Stadtstaat. „Im Land Bremen gilt für den Durchgang Mai 2019: Die Teilnahme an Vera-3 ist in beiden Fächern freiwillig“, heißt es im Schreiben der Senatorin, das dieser Zeitung vorliegt.

          Heike Schmoll

          Politische Korrespondentin in Berlin, zuständig für die „Bildungswelten“.

          Damit folgt Bremen Niedersachsen, das die Entscheidung über eine Teilnahme ebenfalls in die Hände der jeweiligen Schule gelegt hatte. Beide Länder scheren durch ihre Neuregelung aus einer Vereinbarung der Konferenz der Kultusminister (KMK) aus, welche die Vera-Lernstandserhebungen für die dritte und achte Klasse in Deutsch und Mathematik verpflichtend gemacht hatte. Im Unterschied zu Niedersachsen hatte Bremen die Neuregelung auch nicht der KMK mitgeteilt, so heißt es jedenfalls in Berlin.

          Nur wenn ganze Jahrgänge teilnehmen und möglichst viele Daten für ein Land vorliegen, lassen sich daraus Rückschlüsse auf den Lernstand der Schüler ziehen. Schulen könnten nur dann eine Rückmeldung zum Kompetenzstand ihrer Lerngruppen erhalten, „wenn für Bremen insgesamt ausreichend Daten vorliegen“, heißt es deshalb auch im Schreiben der Senatorin.

          Es ist deshalb zu fürchten, dass sich nicht mehr genügend Schulen zu einer freiwilligen Teilnahme bereitfinden, weil die Auswertung des Tests mit zusätzlicher Arbeit verbunden ist. Hinzu kommt, dass man in Bremen auf Leistungsvergleiche ohnehin nicht mehr gut zu sprechen ist, weil Bremen schon seit Jahren das Schlusslicht beim Ländervergleich etwa des Instituts zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) ist. Beim jüngsten IQB-Trend aus dem Jahr 2017 konnte in Bremen jeder dritte Viertklässler nicht richtig rechnen, jeder vierte konnte nicht ausreichend lesen.

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