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F.A.Z.-Empfang in Berlin : Ein Ruf, dem (fast) alle folgen

Volles Haus im „Borchardt“: Rund 450 Gäste gaben sich beim Empfang der F.A.Z. die Ehre. Bild: Frank Röth

Im Berliner Restaurant „Borchardt“ trifft sich eine ganz große Koalition aus Politikern, Unternehmern, Künstlern und Journalisten zum F.A.Z.-Empfang. Aber es geht nicht nur um Politik.

          Es ist ja nicht so, dass das „Borchardt“ Prominente nicht gewohnt wäre. Noch immer gilt das Restaurant nahe dem Gendarmenmarkt in Berlin als der Treffpunkt schlechthin für Politiker, Prominente und prominente Journalisten in der Hauptstadt. Wer im Hintergrund mit Politikern sprechen will, geht vielleicht ins „Borchardt“, wer sicher sein will, dabei gesehen zu werden, der geht auf jeden Fall. Dennoch war die Dichte an Prominenz aus Politik, Wirtschaft und Kultur, die am Dienstagabend beim F.A.Z.-Frühjahrsempfang zu Gast war, selbst für „Borchardt“-Verhältnisse außergewöhnlich hoch.

          Oliver Georgi

          Redakteur in der Politik.

          Thomas Holl

          Verantwortlicher Redakteur für Politik Online.

          Der Vizekanzler, viele Bundesminister, Parteivorsitzende, bedeutende Unternehmenschefs, Schauspieler wie Ulrich Matthes, Ursula Karven und Kai Wiesinger mit seiner Partnerin Bettina Zimmermann: Wenn die F.A.Z. ruft, kommen sie (fast) alle. Und das gilt nicht nur für die Frauen in Angela Merkels Kabinett, die in starker Besetzung vertreten waren, unter anderen mit Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU), Umweltministerin Svenja Schulze (SPD), Digital-Staatsministerin Dorothee Bär (CSU), Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) und Kultur-Staatsministerin Monika Grütters (CDU). Auch Olaf Scholz und Innenminister Horst Seehofer (CSU) tauschten sich bei Rotwein in entspannter Atmosphäre großkoalitionär vertraut aus. Der Geist von Meseberg wirkte auch im „Borchardt“ offenbar noch nach.

          F.A.Z.-Herausgeber Berthold Kohler begrüßt die Gäste im „Borchardt“. Bilderstrecke

          Gelöst wirkte auch der langjährige Berliner Büroleiter der F.A.Z. Günter Bannas, dessen Abschied im Berliner F.A.Z.-Büro an der Mittelstraße vor wenigen Wochen selbst ein halber Staatsempfang war und auf Jahre hinaus Maßstäbe setzte, wie auch der Vorsitzende der Herausgeberkonferenz, Berthold Kohler, in seiner Begrüßungsrede sagte. Ein „ziemlich spektakuläres Fest“ sei Bannas‘ Abschied gewesen, sagte Kohler und erntete dafür ebenso viel Applaus wie für das Versprechen, die F.A.Z. habe an diesem Abend eigens dafür gesorgt, dass die Feier ungestört bleibe. „Wir haben unsere Beziehungen nach Amerika spielen lassen und die Kollegen von „Fox News“ gebeten, heute Abend nichts auszustrahlen, was der amerikanische Präsident für Live-Berichterstattung halten könnte.“ Also keine Verfilmung von „Krieg und Frieden“, keine Dokumentation über den Korea-Krieg und auch nicht den Film „Dr. Seltsam oder Wie ich lernte, die Bombe zu lieben“, so Kohler. „Wir können es heute krachen lassen, ohne den Weltfrieden zu gefährden. Der F.A.Z. geht’s gut. Das wollen wir heute Abend mit Ihnen feiern.“

          Das nahmen die rund 450 Gäste beim Wort, die bei Mini-Schnitzeln und zierlichen Berliner Buletten schnell ungezwungen ins Gespräch kamen. Auch über verpasste Chancen, was vor allem in Richtung FDP zielte, die mit zahlreichen Vertretern wie dem früheren Fraktionsvorsitzenden Rainer Brüderle, Generalsekretärin Nicola Beer und der Hamburger FDP-Vorsitzenden und Bundestagsabgeordneten Katja Suding gekommen war. Von verpassten Chancen, mit Angela Merkel ein zweites Mal zu regieren, wollten die Liberalen aber auch im „Borchardt“ nichts wissen. „Wir haben uns nicht die Regierungsbeteiligung für ein paar Posten abkaufen lassen“, sagte Beer. „Und ich bedaure auch nicht, dass in Berlin wieder die freie demokratische Stimme in der Opposition deutlich vernehmbar ist.“ Etwas bedauerte sie dann aber doch: „Dass wir nicht auf mutige Partner gestoßen sind, die eine langfristige politische Perspektive für unser Land entwickeln wollten.“

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