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F.A.S. exklusiv : Union uneins über Wahlkampfstrategie

Raute oder Faust? CDU und CSU haben unterschiedliche Pläne für die Bundestagswahl. Bild: dpa

Vor Angela Merkels Kür zur Kanzlerkandidatin am Montag werden wieder Risse in der Union offenbar: Für den Wahlkampf haben die Schwesterparteien unterschiedliche Gegner definiert.

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          CDU und CSU gehen nicht nur mit zwei Programmen, sondern auch mit zwei Strategien in den Bundestagswahlkampf. Während die CSU einen Lagerwahlkampf gegen Rot-Rot-Grün führen will, möchte die CDU ihre eigenen Stärken herausstellen und sich vorrangig mit der SPD messen. Vor diesem Hintergrund gibt es unterschiedliche Erwartungen an das Treffen der Unionsspitzen am Sonntag und Montag in München, berichtet die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (F.A.S.). Bei dem Treffen soll Angela Merkel als gemeinsame Kanzlerkandidatin gekürt werden.

          Thomas Gutschker
          Politischer Korrespondent für die Europäische Union, die Nato und die Benelux-Länder mit Sitz in Brüssel.

          CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer sagte der F.A.S.: „Von der Tagung wird das klare Signal ausgehen, dass wir gemeinsam gegen eine linke Republik kämpfen. Rot-Rot-Grün hat jetzt ein Gesicht: Martin Schulz. Denn Schulz kann nur in dieser Konstellation Kanzler werden. Er redet noch drum herum, aber wir werden ihn stellen.“

          Konsequenzen für mögliche Koalitionen

          Hingegen äußerte Peter Tauber, der CDU-Generalsekretär, gegenüber der F.A.S.: „Die SPD  ist unser Hauptgegner. Da alle Parteien ohne Koalitionsaussage antreten, wird es auch keinen klassischen Lagerwahlkampf geben. Wir wollen vielmehr über unsere eigenen Stärken reden, unser Programm, auch über die Erfolge unserer Regierung. Wir werben für eine bürgerliche Regierung unter Führung von Angela Merkel.“

          F.A.S.Mehr dazu in der Sonntagszeitung vom 05.02.2017.Am Vorabend schon in der F.A.S. -Appund als E-Paper.

          Grund der Differenzen ist, dass sich die CDU eine Koalitionsoption mit den Grünen offen halten will, während CSU-Parteichef Horst Seehofer dies strikt ablehnt. Seehofer fürchtet, dass von Schwarz-Grün im Bund das falsche Signal für die Landtagswahl 2018 in Bayern ausgehen würde, bei der die Partei ihre absolute Mehrheit verteidigen will.

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