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F.A.S. exklusiv : Opposition fordert ein Corona-Gesetz

Die Mitarbeiterin eines Krankenhauses im britischen Bristol hält eine Ampulle des Corona-Impfstoffes von Pfizer-Biontech in die Kamera, der auch in Deutschland zuerst zum Einsatz kommen wird. Bild: dpa

Die Bundesregierung möchte per Verordnung regeln, wer den Corona-Impfstoff zuerst bekommt. Die Opposition und Verbände fordern nun, dass der Bundestag darüber entscheidet.

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          Opposition und Verbände fordern von der Bundesregierung ein Impfgesetz, und nicht nur eine Verordnung, in der steht, wer zuerst gegen Corona geimpft wird. „Eine gesetzliche Grundlage für die Priorisierung der Impfstoffvergabe ist verfassungsrechtlich zwingend erforderlich“, sagte der stellvertretende Vorsitzende der FDP-Fraktion, Stephan Thomae, der F.A.S. „Die Frage, wer als erstes geimpft wird, ist von herausragender Bedeutung für die Ausübung der Grundrechte und entscheidet in letztlicher Konsequenz über Leben und Tod. Eine so wichtige ethische Entscheidung muss das Parlament selbst treffen, nicht die Bundesregierung durch Verordnung“, sagte Thomae.

          Justus Bender
          Redakteur in der Politik der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Die Berichterstatterin für Infektionsschutz der Grünen-Fraktion, Kordula Schulz-Asche, sagte, es sei „grundrechtsrelevant, wer zuerst einen solchen Impfstoff bekommt. Hierfür bedarf es einer klaren gesetzlichen Grundlage“. Sie warnte, dass Ärzte sonst unter einer unsicheren Rechtslage zu leiden hätten. „Wenn die Regierung hierzu nicht mehr tätig wird, wird die Last auf die Schultern derjenigen verlagert, die die Impfungen vor Ort durchführen.“

          Auch die Vorsitzende der Linke-Fraktion, Amira Mohamed Ali, sagte, die Impffrage habe eine „hohe grundrechtliche Bedeutung“. Sie müsse deshalb „in einem ordentlichen Gesetzgebungsverfahren“ geregelt werden. „Umfassende Rechtssicherheit zu schaffen ist eine Grundvoraussetzung, um eine möglichst hohe freiwillige Impfbereitschaft zu erreichen“, sagte Mohamed Ali.

          Der Impfstoff wird weltweit verteilt, hier ein Frachtflugzeug mit 100.000 Dosen am Ben-Gurion-Flughafen nahe Tel Aviv.
          Der Impfstoff wird weltweit verteilt, hier ein Frachtflugzeug mit 100.000 Dosen am Ben-Gurion-Flughafen nahe Tel Aviv. : Bild: dpa

          Vertreter der Regierungsfraktionen Union und SPD sagen hingegen, das Dritte Bevölkerungsschutzgesetz reiche aus. Der stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion, Georg Nüßlein, sagte, die „rechtlichen Grundlagen zur Regelung der Impfungen sind damit vorhanden“. Die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion Sabine Dittmer warnte, ein Gesetzgebungsverfahren könne „den Impfbeginn für die Risikogruppen in Deutschland verzögern und notwendige Anpassungen hinsichtlich neuer Impfstofftypen unnötig erschweren“. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) plant deshalb, die Entscheidung auf dem Wege einer Verordnung zu treffen.

          Der Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbandes, Ulrich Schneider, warnte, dass zunächst nur 1,5 Millionen Menschen geimpft werden könnten. Selbst unter den acht Millionen Anwärtern auf eine frühe Impfung müsse ausgewählt werden. „Eine solch schwierige Entscheidung muss das Parlament diskutieren und legitimieren“, sagte Schneider. Er forderte, auch Pfleger im häuslichen Bereich zuerst zu impfen. Auch die Leopoldina, der Ethikrat und die Ständige Impfkommission hatten schon im November in einem Positionspapier ein Gesetz gefordert.

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