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Razzia gegen Islamisten : Schwerer Schlag gegen Salafisten in Deutschland

  • -Aktualisiert am

Unterstützung auch aus Deutschland: Kämpfer der Dschihadisten-Gruppe „Ahrar al-Sham“ in einem Propaganda-Video Bild: AFP

Nach einer großangelegten Razzia in mehreren Bundesländern nimmt die Polizei neun extremistische Salafisten fest, die Kämpfer nach Syrien geschleust und zur Unterstützung des Dschihad Einbrüche verübt haben sollen.

          In mehreren nordrhein-westfälischen Städten sind am Mittwochmorgen insgesamt neun mutmaßliche Unterstützer der Terrororganisationen „Islamischer Staat“ (IS), „Ahrar al-Sham“ und „Junud al-Sham“ festgenommen worden. Rund 240 Polizisten durchsuchten zudem in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen Rheinland-Pfalz und Bayern dutzende Wohnungen von mehr als 40 mutmaßlichen Mitgliedern eines dschihadistischen Unterstützernetzes.

          Reiner Burger

          Politischer Korrespondent in Nordrhein-Westfalen.

          Burkhard Freier, Leiter des Verfassungsschutzes in Nordrhein-Westfalen, bewertet die Aktion im Gespräch mit FAZ.NET als wichtigen Schlag gegen extremistische Salafisten. „Es ist ein großer Erfolg im Kampf gegen die Szene, weil wir nicht nur einzelnen Salafisten, sondern auch den Strippenziehern den Boden für weitere Aktionen entzogen haben.“ Es handle sich um ein großes Netz, das in mehreren Bundesländern tätig gewesen sei.

          Gegen zwei der Männer lagen auch Haftbefehle des Generalbundesanwalts vor. Die Bundesermittler werfen den beiden deutschen Staatsbürgern Mirza Tamoor B. und Kais B.O. vor, Kämpfer für die Terrororganisationen rekrutiert und nach Syrien geschleust zu haben. Zudem sollen die beiden festgenommenen Männer den Terrororganisationen Geld und ein Transportfahrzeug zur Verfügung gestellt haben.

          Sieben weitere deutsche Staatsangehörige mit Migrationshintergrund wurden auf Antrag der Staatsanwaltschaft Köln an ihren Wohnorten in Köln, Siegen, Bergisch-Gladbach, Kreuztal und Netphen und in Niedersachsen festgenommen. Die mutmaßlichen Mitglieder des dschihadistischen Netzes sollen auch in Kirchen sowie Schulen eingebrochen sein, um die Beute entweder unmittelbar an islamistische Kämpfer in Syrien weiterzuleiten oder die Ausreise kampfwilliger Personen nach Syrien mit dem Verkaufserlös der Beute zu finanzieren. Zudem ließ die Staatsanwaltschaft Köln die Wohnungen von weiteren Personen durchsuchen, die mutmaßlich ebenfalls dem radikalen salafistischen Spektrum angehören. Sie sollen die Dschihadisten in verschiedenem Umfang unterstützt, aber auch gefälschte Pässe für ausreisewillige Personen beschafft und Bargeld und Material zur Unterstützung des Dschihad nach Syrien gebracht haben.

          Fahnder des Polizeipräsidiums Köln hatten im Mai 2013 die „Ermittlungsgruppe Reise“ eingerichtet und seither bei verdeckten Ermittlungen umfangreiche Informationen über das mutmaßliche dschihadistische Unterstützernetz gesammelt. Die Mitglieder des Netzes sollen unter dem Vorwand, humanitäre Hilfe für Kinder und Familien in Syrien zu leisten, auch auf Wohltätigkeitsveranstaltungen in erheblichem Umfang Geld gesammelt haben. Tatsächlich soll aber auch dieses Geld für das Rekrutieren und die Ausreise von kampfwilligen Gesinnungsgenossen nach Syrien verwendet worden sein. „Die Festnahmen und Durchsuchungen beweisen, dass die Sicherheitsbehörden wachsam sind und sämtliche rechtliche Möglichkeiten zur Bekämpfung extremistischer Salafisten nutzen“, sagte der nordrhein-westfälische Innenminister Ralf Jäger (SPD).

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