https://www.faz.net/-gpf-8b0ly

Extremismus : Gabriel fordert hartes Vorgehen gegen radikale Moscheen

  • Aktualisiert am

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (rechts) bei einem Treffen mit Saudi-Arabiens König Salman bin Abdelasis al-Saud im März in Riad Bild: dpa

Der SPD-Chef warnt vor „radikalem Fundamentalismus, der sich in salafistischen Moscheen abspielt“. Er wirft Saudi-Arabien vor, religiösen Extremismus in Deutschland zu unterstützen.

          1 Min.

          Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) hat sich für ein hartes Vorgehen gegen radikale Moscheen in Deutschland ausgesprochen. „Dieser radikale Fundamentalismus, der sich in salafistischen Moscheen abspielt, ist nicht minder gefährlich als der Rechtsradikalismus“, sagte er der Zeitung „Bild am Sonntag“. Der Staat müsse eingreifen, sobald zu Gewalt und Menschenhass aufgerufen werde. „Wir müssen bei den Salafisten den gleichen Maßstab anlegen wie bei rechtsradikalen Gewalttätern.“

          Gabriel warnte zudem Saudi-Arabien davor, religiösen Extremismus in Deutschland zu unterstützen. „Aus Saudi-Arabien werden überall in der Welt wahhabitische Moscheen finanziert. Aus diesen Gemeinden kommen in Deutschland viele islamistische Gefährder“, sagte der SPD-Chef. Man sei zur Lösung der regionalen Konflikte zwar auf Saudi-Arabien angewiesen. „Wir müssen den Saudis aber zugleich klarmachen, dass die Zeit des Wegschauens vorbei ist.“

          Oppermann verlangt Beobachtung durch den Verfassungsschutz

          SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann warnte vor der Ausbreitung des Wahhabismus in Deutschland. Mit Blick auf eine mögliche Finanzierung von Moscheen durch Saudi-Arabien sagte er der „Welt am Sonntag“, er halte „eine genaue Beobachtung dieser Bestrebungen durch den Verfassungsschutz“ für notwendig.

          Der Wahhabismus liefere unter anderem die „komplette Ideologie“ für die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) und trage auch in anderen Ländern zur Radikalisierung moderater Muslime bei, so der SPD-Politiker. „So etwas brauchen und wollen wir in Deutschland nicht.“ In Saudi-Arabien ist der sunnitische Wahhabismus Staatsreligion.

          Weitere Themen

          Innenministerium prüft Einreisesperren

          Hochrisikoländer : Innenministerium prüft Einreisesperren

          Menschen aus Großbritannien, Brasilien und Südafrika soll die Einreise nach Deutschland verwehrt werden. Die Regierung reagiert damit auf die Ausbreitung von Corona-Mutanten. Die Sperre könnte auch ausgeweitet werden.

          Topmeldungen

          Geschäftsviertel Beaugrenelle: Nach dem brutalen Angriff auf einen Jugendlichen hatte der Stadtteil-Bürgermeister verstärkte Polizeipräsenz in der Gegend gefordert.

          In Paris : Neun Festnahmen nach Angriff auf Jugendlichen

          Acht Jugendliche und ein Erwachsener sind nach einem brutalen Angriff auf einen Jugendlichen in Paris festgenommen worden. Der Fall hatte in Frankreich für Aufsehen gesorgt.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.