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„Extinction Rebellion“ : Die Party ist erst mal vorbei

Polizeibeamte räumen den Potsdamer Platz. Bild: Reuters

Die Doppelblockade am Großen Stern um die Siegessäule und am Potsdamer Platz störte den Verkehr in Berlin am Ende doch zu stark. Die Polizei räumte, die Demonstranten zerstreuten sich in die Hauptstadt – doch manche machen weiter.

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          Fast zwei Dutzend Polizeifahrzeuge und drei orangefarbene Laster der Berliner Stadtreinigung stehen am Dienstagmittag auf dem Potsdamer Platz in Berlin. Ein Polizist zerlegt mit einer Kettensäge die letzten Teile eines Holzhauses, das die Demonstranten auf der Straße befestigt hatten. Ein Kran lädt die Teile auf einen Laster.

          Markus Wehner

          Politischer Korrespondent in Berlin.

          Auf einem anderen Wagen der Stadtreinigung steht ein schweres pinkfarbenes Gefährt, das die Aktivisten von „Extinction Rebellion“ ebenfalls auf der Straße abgestellt hatten. Ein Plakat mit dem Slogan „Liebe, Wahrheit, Mut“ hängt noch daran, und ein zweites, auf dem „Blockierparty“ steht. Doch die Party ist an dieser Stelle erst einmal vorbei.   

          Der Regen kommt der Polizei zu Hilfe

          Es ist kurz nach halb zwölf Uhr, und es regnet in Berlin. Vor einer halben Stunde hat die Polizei die letzten Blockierer von der Straße getragen. Nur noch wenige hatten ausgeharrt, einige hatten sich an Fahrzeuge angekettet. Doch nur wenig später rollt der Verkehr wieder.

          Die Doppelblockade – am Großen Stern um die Siegessäule und jene des Potsdamer Platzes – war zu schwerwiegend für den Verkehr im Zentrum der Hauptstadt, als dass sie auf die Dauer geduldet werden konnte. Die Polizei hatte schon am Montagabend mit der Räumung des Platzes begonnen, sie für die Nacht unterbrochen, aber am Morgen fortgesetzt. Der Regen kam ihr zu Hilfe. Zu Zwischenfällen kam es nicht.

          Die Demonstranten haben sich vom Potsdamer Platz über die Innenstadt verteilt, manche sind zur Siegessäule gegangen, wo einige hundert Demonstranten die Blockade aufrechterhalten. Die Polizei hat sich großflächig in kleinen Gruppen rund um den Platz postiert. Eine kleiner Trupp junger Aktivisten mit bunten Fahnen, die in Richtung des Potsdamer Platzes läuft, wird gegenüber vom Holocaust-Mahnmal von den Beamten gestoppt. Hier könnten sie nicht weitergehen. Die jungen Leute reagieren verständnisvoll und bedanken sich sogar bei den Beamten. 

          „Eine Rebellion lässt sich nicht räumen

          Dass sie den Potsdamer Platz 24 Stunden besetzt halten konnten, sei ein großer Erfolg gewesen, sagt einer von ihnen im Gespräch. Nun wollen sie durch die Straßen des Zentrums laufen und Flyer verteilen. Am Mittwoch soll der Kurfürstendamm im Westen blockiert werden. Zwar hätten die „letzten Rebellen“ den Potsdamer Platz verlassen müssen, teilt die Bewegung in einem Tweet mit. „Doch eine Rebellion lässt sich nicht räumen“. 

          Man mache weiter, bis die Regierung endlich ernsthaft im Angesicht der Klimakrise handele. „Wir sind wie ein Bienenschwarm, der sein Nest verloren hat“, sagt einer der wenigen Demonstranten, der noch am Potsdamer Platz auf dem Gehweg ausharrt. Nun schwärme man aus, um sich irgendwo wieder zu sammeln. Und: „Es wird auf jeden Fall weitergehen.“

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