https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/expo-in-dubai-teurer-pavillon-fuer-baden-wuerttemberg-17007300.html

Expo in Dubai : Teurer Pavillon für eine Nicht-Nation

Entwurf des Pavillons des Landes Baden-Württemberg für die Expo in Dubai Bild: dpa

Baden-Württemberg wollte sich auf der Weltausstellung in Dubai zeigen. Zahlen sollte die Wirtschaft. Tat sie aber nicht.

          3 Min.

          Versprochen war Werbung zum Nulltarif. Baden-Württemberg sollte sich als einzige Nicht-Nation auf der Expo in Dubai in einem Pavillon präsentieren, finanziert fast ausschließlich aus Spenden der Wirtschaft. Lediglich 2,8 Millionen Euro hätte das Land zahlen müssen. „Aus der Wirtschaft für die Wirtschaft“, hieß der wohlfeile Slogan, mit dem die baden-württembergische Ingenieurkammer das Projekt vor allem der CDU-Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut über Jahre penetrant anpries. Jetzt ist die Expo in den Vereinigten Arabischen Emiraten wegen der Pandemie auf 2021 verschoben. Und das angebliche „Kostenlos-Angebot“ erweist sich als finanzielle und politische Hypothek.

          Rüdiger Soldt
          Politischer Korrespondent in Baden-Württemberg.

          Denn die Spenden kamen nicht zusammen, der Steuerzahler muss die Rechnung für das dilettantisch organisierte Projekt tragen – nach derzeitigem Stand mindestens 15 Millionen Euro. Diese Woche wurde auf Antrag von SPD und FDP ein Untersuchungsausschuss eingesetzt. Dessen Fragen müssen sich die Ministerin und die durch die Corona-Hilfen überlasteten Beamten nun monatelang stellen. Eigentlich ist es Ziel der CDU, mit der von ihr beanspruchten Wirtschaftskompetenz die Grünen nach zehn Jahren aus dem Stuttgarter Staatsministerium zu vertreiben und wieder stärkste Partei zu werden.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.
          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+
          Die Kleinstadt Siracusa auf Sizilien

          Auswandern als Lösung? : Ciao, bella Italia, ciao!

          Nur sieben Prozent Steuern auf alles? Italien macht Ihnen ein verführerisches Angebot – Sie sollten es dennoch ablehnen. Wer auswandern möchte, sollte diese sechs Hürden im Blick haben.
          Viele Häuser, viele Erklärungen: Wohngebiet in Sankt Augustin nahe Bonn

          Ende der Abgabefrist : Wie es mit der Grundsteuer weitergeht

          In fast allen Bundesländern mussten Immobilieneigentümer bis zum 31. Januar ihre Grundsteuererklärung abgeben. Der Bundesvorsitzende der Deutschen Steuergewerkschaft erklärt, worauf sie nun achten müssen.