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Corona-Lockerungen : Warum muss immer alles einheitlich sein?

Kekse mit einer Verzierung, die derzeit hohen Wiedererkennungswert besitzt. Bild: dpa

Wenn alles nach den Stellungnahmen der Experten und Verbände geht, dann geschieht: nichts. Wie gut, dass es Politiker gibt.

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          Wie schwierig es ist, gute Vorsätze in Sachen „Lockerungen“ in präzise Anweisungen zu übersetzen, zeigten am Tag nach den Empfehlungen der „Leopoldina“ die Reaktionen auf deren Schul-Vorschläge. Die Lehrer-Gewerkschaft GEW sagte: Nicht praktikabel! Das Robert-Koch-Institut: Die falsche Altersgruppe! Nimmt man alle drei Stellungnahmen zusammen, hieße das, dass Kindergärten und die meisten Schulen erst einmal ganz geschlossen blieben – und zwar auf Dauer.

          Dass es so nicht geht, leuchtet allerdings auch ein, muss aber zu dem Schluss führen, dass Länder und Kommunen ein gewisses Risiko eingehen müssen. Das gilt auch für alle anderen Maßnahmen. Lockerungen ganz ohne Infektionsrisiko wird es nicht geben können.

          Ein Blick nach Frankreich wird die Bereitschaft dafür unter den Ministerpräsidenten nicht gerade vergrößert haben. Mit dem 11. Mai hat Präsident Macron eine Marke für strikte Maßnahmen gesetzt, die den Ungeduldigen in Deutschland noch einmal die Dramatik der Lage vor Augen führt. Gegenpol ist derzeit ein anderer Nachbar, Österreich, das wiederum Mut macht, den Schritt aus dem Corona-Stillstand zu wagen.

          Deutschland ist in der günstigen Lage, sich in beide Richtungen entwickeln zu können – gesetzt den Fall, dass der Ruf nach Einheitlichkeit nicht jede Möglichkeit erstickt, die föderale Vielfalt als Chance für trial and error zu nutzen. Der Gleichschritt hilft nur, beisammen zu bleiben. Eine Gewähr für den besseren Weg ist er nicht.

          Jasper von Altenbockum

          Verantwortlicher Redakteur für Innenpolitik.

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