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Früherer Bundestagspräsident : Thierse nennt SPD „nicht mehr kampfkräftig“

  • Aktualisiert am

Wolfgang Thierse Bild: dpa

Der ehemalige Bundestagspräsident Wolfgang Thierse geht hart mit seiner Partei ins Gericht. Sie sei „völlig unfähig, eigene Erfolge nach außen zu vertreten“.

          Kurz vor der Landtagswahl in Hessen hat der SPD-Politiker Wolfgang Thierse seiner Partei ein verheerendes Zeugnis ausgestellt. „Die SPD ist schon so zerstritten, dass sie gar nicht mehr kampfkräftig ist. Daher breitet sich Resignation aus“, sagte der ehemalige Bundestagspräsident der in Chemnitz erscheinenden Zeitung „Freie Presse“. Die Partei sei überdies „völlig unfähig, eigene Erfolge nach außen zu vertreten“.

          „Da springt keine Begeisterung über“

          Dabei hätten die Sozialdemokraten im Regierungsbündnis mit der Union durchaus viele Erfolge vorzuweisen, sagte Thierse. „Doch die SPD ist immer nur mit dem Unerledigten und der eigenen Unzufriedenheit befasst“, urteilte er. „Da springt logischerweise keine Begeisterung auf die Bürger über.“

          Deutliche Worte richtete Thierse auch an den Juso-Vorsitzenden Kevin Kühnert, der ein erklärter Gegner der großen Koalition ist. Er würde von Kühnert „gerne Inhaltliches hören“, sagte Thierse. Selbst durch ein Ausscheiden aus der Regierungskoalition würden die programmatischen Konflikte in der Partei nicht geklärt. „Deshalb ist mir die Koalitionsfrage zu oberflächlich“, sagte Thierse.

          Die SPD kommt bundesweit in Umfragen aktuell nur noch auf 14 bis 15 Prozent. Für die Landtagswahl in Hessen am kommenden Sonntag liegen die Werte in den jüngsten Erhebungen zwischen 20 und 21 Prozent.

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