https://www.faz.net/-gpf-92q0t

Neue Partei : Frauke Petry will mit den „Blauen“ die CSU angreifen

  • Aktualisiert am

Die frühere AfD-Chefin will mit einer neuen „Blauen Partei“ konservative Wähler des rechten Parteispektrums für sich gewinnen. Bild: AFP

Die ehemalige AfD-Vorsitzende Petry lässt den Gerüchten über eine Parteigründung jetzt Fakten folgen. Ihre neue politische Heimat ist blau.

          1 Min.

          Die frühere AfD-Vorsitzende Frauke Petry hat für die kommenden Monate die Gründung eines Bürgerforums namens „Blaue Wende“ angekündigt. Dort könne man sich mit und ohne Parteibuch engagieren, sagte Petry dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. „Blau steht für konservative, aber auch freiheitliche Politik in Deutschland und in Europa. Blau ist die Farbe, die zuerst die CSU in Bayern politisch populär gemacht hat. Daran gilt es bundesweit anzuknüpfen.“

          Ihr Vorbild seien die CSU und die CDU der achtziger Jahre. „Ich erinnere zum Beispiel an die `geistig-moralische Wende´, die Helmut Kohl schon 1980 wider den 68er Zeitgeist ausgerufen hat, zu der es aber nie gekommen ist“, sagte sie. Vertraute Petrys hatten zuvor die „Blaue Partei“ gegründet. Wie der Bundeswahlleiter bestätigte, fand die Gründung schon vor der Bundestagswahl statt, nämlich am 17. September.

          „Etwa jeder dritte Deutsche würde sich gern für ein vernünftiges konservatives Politikangebot entscheiden, viele davon haben am 24. September aus Verzweiflung FDP, AfD oder gar nochmal Merkel gewählt“, sagte Petry. „Mit diesen Bürgern wollen wir realistische Lösungen für die Aufgaben der kommenden Jahre diskutieren, sie vernetzen und uns auf kommende Wahlen vorbereiten.“

          Der Vorstand der „Blauen Partei“ besteht aus Michael Muster, Thomas Strobel und Hubertus von Below. Petry selbst gehört dem Gremium bisher nicht an. Sie betonte im Interview mit dem „Redaktionsnetzwerk“, ihre Mandate im Bundestag und im sächsischen Landtag behalten zu wollen, die sie als AfD-Kandidatin errungen hatte. Sie wolle die parlamentarische Basis für Veranstaltungen des Bürgerforums nutzen und sagte: „Das Mandat, auch wenn es mit Parteimitteln errungen wurde, ist kein Eigentum der Partei. Ein freies Mandat beinhaltet eine Loyalität dem Wähler gegenüber. Daher werden wir unsere Pauschalen und Mitarbeiter für professionelle Politik im Parlament und im Wahlkreis einsetzen, so wie wir das bereits im Landtag seit 2014 bewiesen haben.“ 

          Die erste Veranstaltung wird nach RND-Informationen bereits am Freitag in kleiner Runde in Sachsen stattfinden. „Ab November werden wir öffentliche Veranstaltungen anbieten, erst in Sachsen und dann bundesweit“, bestätigte Petry.

          Weitere Themen

          Der Unterschätzte

          FAZ Plus Artikel: Armin Laschet : Der Unterschätzte

          Armin Laschet musste in seinem Leben schon oft um Posten kämpfen. Niederlagen haben ihn nie davon abgehalten, es immer wieder zu versuchen. Nun hat er die Kanzlerkandidatur der Union für sich entschieden.

          Topmeldungen

          Söder am Dienstag in München

          Entscheidung für Laschet : Wie Söder sich verkalkuliert hat

          Tagelang hatte es so ausgesehen, als könnte Markus Söder sich im Ringen um die Kanzlerkandidatur durchsetzen. Doch Armin Laschet gelang es offenbar am Sonntagabend, das Blatt zu wenden – bei einem denkwürdigen Zusammentreffen.

          Schulen und Corona : Die Willkür eines Schwellenwertes

          Es war ein politischer Kompromiss, dass die Schulen ab einer Inzidenz von 165 schließen sollen. Sachgründe gab es dafür offenbar nicht. Kultusminister und Lehrer sind verärgert.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.