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Beschluss des Präsidiums : Evangelischer Kirchentag will keine AfD-Politiker als Redner

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Festgottesdienst auf den Elbwiesen bei Wittenberg am Evangelischen Kirchentag 2017 (Archivbild) Bild: Matthias Lüdecke

Laut einem Beschluss des Kirchentagspräsidiums sind Mitglieder der AfD auf dem evangelischen Kirchentag 2019 in Dortmund nicht erwünscht. Bei den betroffenen Parteivertretern stößt dies nun auf scharfe Kritik.

          Die AfD wird auf dem evangelischen Kirchentag 2019 in Dortmund kein Forum erhalten. Laut einem Beschluss des Kirchentagspräsidiums vom vergangenen Freitag werden Vertreter der AfD „nicht zur Mitwirkung auf Podien und zu Diskussionsveranstaltungen des 37. Deutschen Evangelischen Kirchentages in Dortmund eingeladen“, wie eine Kirchentagssprecherin am Mittwoch dem Evangelischen Pressedienst (epd) sagte. Zuerst hatte darüber die Beilage „Christ & Welt“ der Wochenzeitung „Die Zeit“ berichtet.

          In dem Beschluss heißt es, der Kirchentag verstehe sich als „offenes Forum für faire Debatten über aktuelle Themen in Kirche und Gesellschaft“. Es werde niemand wegen seines Parteibuches ein- oder ausgeladen. Aber „nicht eingeladen wird, wer sich rassistisch äußert.“ Zudem würden Personen nicht eingeladen, die Äußerungen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit verbreiteten. In der AfD gebe es mittlerweile einen fließenden Übergang zum Rechtsextremismus und Verbindungen zu verfassungsfeindlichen Netzwerken, heißt es im Beschluss des Kirchentags-Präsidiums. Respekt und Klarheit seien jedoch Kernbestandteile des Kirchentages.

          Die Entscheidung zum Ausschluss von AfD-Politikern stößt bei betroffenen Parteivertretern auf scharfe Kritik. In persönlicher Hinsicht sei dies eine Enttäuschung, in politischer Hinsicht ein „Armutszeugnis“, sagte der kirchenpolitische Sprecher der AfD-Fraktion im Bundestag, Volker Münz, dem Evangelischen Pressedienst (epd). Er wäre gern zum Kirchentag gekommen, ergänzte Münz. „Unter diesen Umständen kommt ein Besuch als eigentlich unerwünschter Gast für mich nicht mehr infrage“.

          „Zum Gottesdienst gehe ich lieber dorthin, wo ich als Christ willkommen bin“, erklärte der AfD-Politiker. Er argumentierte, aufgrund der Zustimmung zu seiner Partei vertrete die AfD „eine bedeutende Anzahl von Bürgern, die sich – trotz anderslautender Beschwichtigungsversuche – mitgemeint und mitausgegrenzt fühlen können und werden“. „Kirchliche Funktionäre“ müssten einen überparteilichen Auftrag wahrnehmen und für einen gleichberechtigten Dialog sorgen.

          Der Umgang christlicher Laienbewegungen mit der AfD hatte in der Vergangenheit immer wieder für Diskussionen gesorgt. Beim Katholikentag 2016 in Leipzig wurden AfD-Vertreter explizit nicht eingeladen. Beim evangelischen Kirchentag 2017 in Berlin gab es dagegen eine Diskussion zwischen der damaligen Sprecherin der Vereinigung „Christen in der AfD“, Anette Schultner, und dem Berliner Landesbischof Markus Dröge. Beim Katholikentag in diesem Jahr in Münster nahm an einer Diskussion mit Politikern aller im Bundestag vertretenen Parteien auch der kirchenpolitische Sprecher der AfD-Fraktion, Volker Münz, teil.

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