https://www.faz.net/-gpf-9r3j6

Seenotrettung im Mittelmeer : Evangelische Kirche will sich an weiterem Flüchtlingsschiff beteiligen

Migranten in einem Boot auf dem Mittelmeer Bild: AP

Die evangelische Kirche wolle „die zivile Seenotrettung nach Kräften unterstützen“, sagte der EKD-Vorsitzende Heinrich Bedford-Strohm. Deshalb werde nun ein Verein für den Erwerb eines Schiffes gegründet.

          1 Min.

          Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) will sich an der Entsendung eines weiteren Schiffes zur Seenotrettung im Mittelmeer beteiligen. Der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm kündigte am Donnerstag in Berlin an, dass man dafür in naher Zukunft gemeinsam mit anderen Organisationen einen Verein gründen werde, der das Schiff kaufen und betreiben soll. An dem „breiten gesellschaftlichen Bündnis“ können sich sowohl kirchliche Einrichtungen und Hilfsorganisationen, aber auch Schulen oder Sportvereine sowie Privatleute beteiligen. „Dass Menschen sterben, ist etwas, was nie jemand hinnehmen kann - erst recht nicht Menschen, die sich dem christlichen Glauben verpflichtet fühlen“, sagte Bedford-Strohm. Der EKD-Ratsvorsitzende erklärte, Ankauf und Umbau des Schiffes werde Monate dauern und Kosten im sechsstelligen Bereich verursachen.

          Reinhard Bingener
          Politischer Korrespondent für Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Bremen mit Sitz in Hannover.

          Die EKD unterstützt bereits ein Aufklärungsflugzeug der Organisation „Sea Watch“ mit jährlich 100 000 Euro. Der Evangelische Kirchentag hatte die EKD im Juni aufgefordert, darüber hinaus ein eigenes Rettungsschiff zu entsenden. Diese Option wurde aber bereits in der ersten Beratung EKD-Rats verworfen. Schon im Juli teilte Bedford-Strohm in einem Gespräch mit dieser Zeitung mit, dass ein eigenes Schiff „nicht sinnvoll“ sei. „Die Kirche ist weder eine Reederei noch eine Rettungs-NGO“, sagte Bedford-Strohm. Man wolle eine breitere gesellschaftliche Verankerung und das Projekt deshalb über einen Verein ermöglichen. In diese Richtung zielt auch der inzwischen gefasste Beschluss des EKD-Rats.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Viel zu besprechen: Die Grünen-Vorsitzenden Robert Habeck, Annalena Baerbock, SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz und FDP-Chef Christian Lindner (von links nach rechts)

          Verhandlungen über Ampel : Aufbruchstimmung reicht nicht

          SPD, Grüne und FDP verbreiten Aufbruchstimmung. Gerade in der Wirtschafts- und Finanzpolitik aber werden sich die unterschiedlichen Ansichten der Parteien früher oder später noch Bahn brechen.
          FDP-Chef Christian Lindner in Berlin

          F.A.Z. Frühdenker : Das Warten auf die FDP

          Die FDP kann den Weg frei machen für Ampel-Koalitionsgespräche. Der Deutsche Buchpreis wird verliehen. Und Facebook baut das „Metaversum“. Der F.A.Z.-Newsletter.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.