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Eva Christiansen : Merkel befördert langjährige Vertraute

  • -Aktualisiert am

Die Bundeskanzlerin mit ihrer Doppel-Referatsleiterin Christiansen (Archivfoto, 2005) Bild: ddp

Bundeskanzlerin Merkels Medienberaterin und enge Vertraute hat in Zukunft eine Doppelfunktion: Eva Christiansen leitet ab sofort den Stab „Politische Planung; Grundsatzfragen; Sonderaufgaben“. Das Referat „Medienberatung“ führt sie auf eigenen Wunsch weiter.

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          Seit einer Woche wird für Bundeskanzlerin Angela Merkel politisch anders geplant als in den fünf Jahren zuvor. Jedenfalls ist die Leitung des Stabs „Politische Planung; Grundsatzfragen; Sonderaufgaben“ neu besetzt - mit einer langjährigen Helferin der Kanzlerin: Eva Christiansen leitet nun dieses Referat, das aus bloß vier Mitarbeitern und einem Vorzimmer besteht. Matthias Graf von Kielmansegg, der es bisher tat, wurde Gruppenleiter in der Abteilung 3 im Kanzleramt, wo er für Gesellschaftspolitik, Bildung und Forschung zuständig ist. Für einen Karrierebeamten sei das ein Aufstieg, heißt es im Kanzleramt, und keine Entmachtung; er habe es so gewollt.

          Bestritten wird aber nicht, dass der Wechsel inhaltliche Änderungen bringt. Gilt Kielmansegg als Kenner der Details, so wird Frau Christiansen als Generalistin mit Blick auf die großen Kommunikationslinien gelobt.

          Mit Stabschef im Weißen Haus vergleichbar

          „Merkel macht enge Vertraute zur Stabschefin“, trompetete die „Bild am Sonntag“ den Wechsel heraus. Das klingt nach Stabschef im Weißen Haus, nach der wichtigsten Eminenz hinter der Macht. Den Titel Stabschef gibt es in Deutschland nicht. Am ehesten hat diese Funktion der Kanzleramtsminister Ronald Pofalla.

          Er ist fachlich - neben der Kanzlerin - der Vorgesetzte Eva Christiansens. Sie ist formal nur Referatsleiterin. Das ist sie bereits seit Jahren im Kanzleramt. Frau Merkel hatte für sie das Referat „Medienberatung“ geschaffen, das Frau Christiansen nun neben ihrer neuen Aufgabe auf eigenen Wunsch hin weiter leiten wird.

          In ihrer wahren Nähe zur Macht ist die Doppel-Referatsleiterin Christiansen mit einem Stabschef im Weißen Haus aber durchaus vergleichbar. Nach Kanzlerbüroleiterin Beate Baumann ist die 40 Jahre alte Volkswirtin wohl die wichtigste Strategie-Ratgeberin der Kanzlerin - schon beider flinke Wortwahl klingt ähnlich.

          1998 hatte CDU-Generalsekretärin Merkel von ihrem Vorgänger Peter Hintze die stellvertretende CDU-Sprecherin Christiansen übernommen und machte sie flugs zur Partei-, später dann zur Fraktionssprecherin. Auch im Kanzleramt wäre Frau Christiansen sofort voll bestallt worden, wenn sie nicht kurz nach der Wahl Mutter geworden wäre. Nun hat sie wieder Zeit, sich mehr um die Kanzlerin zu kümmern.

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