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Anstieg um elf Prozent : Wieder mehr Abschiebungen in EU

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Abgelehnte Asylbewerber werden im November 2015 in Leipzig zum Transport zum Flughafen abgeholt Bild: dpa

Mehr als 23.000 Menschen wurden von April bis Juni dieses Jahres in Drittstaaten oder andere EU-Länder zurückgeführt. Die Zahl der Ausreiseaufforderungen stieg auf fast 100.000.

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          In der Europäischen Union werden wieder mehr Menschen abgeschoben. In den Monaten April bis Juni 2022 wurden insgesamt 23.110 Menschen in Drittstaaten oder andere EU-Länder zurückgeführt, wie das EU-Statistikamt Eurostat am Montag mitteilte. Das waren elf Prozent mehr als in den Vergleichsmonaten des Vorjahres. Im Vergleich zu den Monaten Januar bis März 2022 stieg die Zahl der Abschiebungen um 16 Prozent.

          Der Statistik zufolge wurden in den Monaten April bis Juni 2022 insgesamt 96.550 Nicht-EU-Bürger aufgefordert, die EU-Staaten zu verlassen. Das waren 12.515 mehr Menschen als im Vergleichszeitraum 2021. Die Zahl stieg somit von 84.035 Nicht-EU-Bürgern um 15 Prozent.

          Spitzenreiter mit den meisten Aufforderungen und Ausreisen unter den EU-Staaten ist Frankreich. Insgesamt 33.450 Menschen sollten dort im zweiten Quartal das Land verlassen. Das ist mehr als ein Drittel (35 Prozent) aller Aufforderungen in der EU. Dahinter liegen Griechenland mit 8750 und Deutschland mit 8275 Aufforderungen. 3590 Menschen verließen Frankreich im April, Mai und Juni. In Deutschland waren es 2765 Menschen.

          Im Vergleich zum ersten Quartal diesen Jahres verzeichnet Italien den höchsten Anstieg. Dort waren es in den Monaten Januar bis März 206 Menschen, die ausreisen sollten. In den Monaten April bis Juni waren es 6020. Das bedeutet ein Plus von 2215 Prozent.

          Von den Aufforderungen betroffen waren den Eurostat-Zahlen zufolge im zweiten Quartal diesen Jahres meist Menschen aus Algerien, Marokko, Albanien und Pakistan. Tatsächlich zurückgeführt wurden am häufigsten Albaner, Georgier, Russen und Türken.

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