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Europawahlkampf der SPD : Katarina Barley hat es nicht leicht

Können Nahles und Barley die SPD aus der Misere ziehen? Bild: dpa

Die SPD-Spitzenkandidatin für die Europawahl muss kämpfen. Wegen ihres Vorgängers Martin Schulz, aber auch, weil sie sparsam sein muss. Und wehe, sie vermischt Ministeramt und Parteiarbeit.

          6 Min.

          Der Europawahlkampf läuft an. Aus deutscher Sicht ist am interessantesten, wie sich die Sozialdemokraten schlagen. Denn bei der SPD geht es nicht nur um die Zukunft Europas, sondern um die Zukunft der Partei. Katarina Barley soll es richten, mit 99 Prozent wurde sie im Herbst des vergangenen Jahres zur Spitzenkandidatin gewählt. Barley ist Bundesjustizministerin, sie will es bis zum Wahltag auch bleiben. Das hat es in Deutschland noch nicht gegeben: Bundesminister, die aus freien Stücken als Spitzenkandidaten ihrer Partei in die Europapolitik wechseln. Barley ist, anders als Martin Schulz vor fünf Jahren, auch nur nationaler Kandidat; für die Sozialdemokratie insgesamt tritt der Niederländer Franz Timmermanns an.

          Frank Pergande
          Politischer Korrespondent der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin.

          In anderen Ländern gilt solch ein Wechsel allerdings nicht als ungewöhnlich. Das prominenteste Beispiel ist wohl der Franzose Michel Barnier, einst Außenminister, heute der Mann, der den Ausstieg Großbritanniens aus der Union für die EU-Kommission begleitet. Barley zögerte zuerst, als die Parteivorsitzende Andrea Nahles wegen der Spitzenkandidatur anfragte, bei der zweiten, dringlicheren Nachfrage aber sagte sie zu. Jetzt muss sie mit der Doppelbelastung leben und tut das immer noch zuversichtlich und fröhlich. Ihr Lebenspartner, ein Basketballtrainer, hat ihr eine Art Durchhalteprogramm verordnet: harte Arbeitswochen wechseln mit weniger harten, in denen wenigstens die Erholung einer Mittagspause eingeplant werden soll. Dass ihr Terminkalender derzeit nur noch harte Wochen kennt, ärgert sie zwar manchmal, aber wundern muss es niemanden.

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