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Eurofighter : Ein gutes Flugzeug – wirklich!!

Ab in den Hangar: Ein Eurofighter des Taktischen Luftwaffengeschwaders 73 in Rostock-Laage auf dem Weg in die Instandhaltung Bild: Matthias Lüdecke

Graue Patienten stehen im Operationssaal des Luftwaffenstützpunkts Laage bei Rostock. Es sind Eurofighter, die gewartet und repariert werden müssen. So mancher Patient bleibt ziemlich lange. Es fehlt an Ersatzteilen.

          Unvermittelt wirbelt gelbes Licht durch die Halle, bricht ein Sirenenheulen die Stille, schieben sich die Torsegmente in Zeitlupe zur Seite. Draußen steht ein neuer Patient. Ein Flugplatz-Unimog hat den Eurofighter 31+10 vor den Instandhaltungshangar gezogen. Jetzt wartet er da, im Nieselregen, bis die zehn Kassetten des Rolltores auseinandergeglitten sind. Dann schiebt der Unimog das Flugzeug herein, neben die anderen stummen grauen Vögel, die schon in der Halle parken. Das Tor schließt sich, das Blinken endet, es herrscht wieder die betriebsame Ruhe, die zu der Weite der Halle gar nicht passen will.

          Johannes Leithäuser

          Politischer Korrespondent in Berlin.

          An den meisten der sieben Eurofighter, die hier in der Instandsetzung stehen, arbeiten Soldaten in Overalls: vom Rumpf und von der Nase der Kampfflugzeuge hängen rote Fähnchen, die üblichen Stoppzeichen der Luftfahrtindustrie, auf denen stets das Gebot „remove bevor flight“ aufgestickt steht. Aber die Arbeit geht ohne Lärm vonstatten, kein Gehämmer, kein hydraulisches Pressen oder Seufzen, keine dringenden Rufe.

          Vielleicht machen Höhe und Ausdehnung die Stimmen klein, vielleicht ist es die Erfahrung der Techniker und Ingenieure, sicher liegt es auch an den grauen Patienten in dieser Operationshalle, deren Haut nicht mehr aus Aluminium oder Stahl besteht, sondern aus Glasfaser-Werkstoffen; in deren Innerem nicht mehr Seile und Hebel den Flug lenken, sondern Kabel und Computer. „Wir arbeiten hier viel mit Kleber und Farbe“, sagt einer der Instandhaltungstechniker.

          Im Hangar des Taktischen Luftwaffengeschwaders 73 „Steinhoff“ in Laage bei Rostock hat die deutsche Luftwaffe die längste Erfahrung mit ihrem modernsten fliegenden Waffensystem gesammelt. Vor zehn Jahren traf der erste Eurofighter auf dem Fliegerhorst ein. Inzwischen liegt die Bestandszahl zwischen 24 und 27 Flugzeugen. Und wie viele können fliegen? Meist sei „grob die Hälfte im Flugdienst“, sagt Oberstleutnant Henning zur Nieden, der als „Kommandeur Technik“ Wartungs- und Instandhaltungsbetrieb in Laage verantwortet. Die Zahl ändert sich an jedem Morgen. Und sie verändert sich im Laufe des Tages, wenn die Pilotenschüler von ihren Übungsflügen zurückkommen. Nach „jedem dritten bis fünften Flug“ meldeten die Piloten eine Störung, sagt der Kommandeur. Meist müssen die Eurofighter dann zur Instandsetzung gezogen werden, um den Fehler zu beheben.

          Die Quote klingt hoch. Aber mit einem modernen Mittelklasse-Auto sei das ja auch nicht anders, sagt zur Nieden. Das sei auch mit weit mehr Elektronik, Sensoren, Regeltechnik bestückt als die Autos vor zwei Jahrzehnten. Und schon deswegen gebe es auch bei Autos öfter Fehleranzeigen – der Einpark-Sensor vorne rechts ausgefallen, die Batterie im Schlüsselsender leer und so weiter. Und der Eurofighter hat mehr als hundert Computer an Bord.

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