https://www.faz.net/-gpf-9od5k

Eurofighter-Absturz : Überlebender Pilot außer Lebensgefahr

  • Aktualisiert am

Wrackteile des Eurofighters bei Jabel Bild: Reuters

Der überlebende Pilot war ein erfahrener Fluglehrer. Der Unfall soll nun von der Bundeswehr untersucht werden, die Suche nach Wrackteilen wird fortgesetzt.

          Nach dem Absturz von zwei Eurofightern in Mecklenburg-Vorpommern hat die Luftwaffe Details zu den beiden Piloten bekannt gegeben. Dem überlebenden Piloten gehe es „den Umständen entsprechend gut“, sagte ein Luftwaffen-Sprecher am Dienstag in Berlin. Der Pilot schwebe nicht in Lebensgefahr. Er sei ein „erfahrener Eurofighter-Pilot und Fluglehrer“ und habe bereits mehr als 3700 Flugstunden absolviert.

          Bei dem Zusammenstoß der beiden Kampfflugzeuge am Montag tödlich verunglückten Piloten handelte es sich demnach um einen Oberleutnant. Dieser hatte der Luftwaffe zufolge seine Grundausbildung in Spanien erfolgreich abgeschlossen und befand sich in der „verbandsinternen Aus- und Weiterbildung“ am Standort Laage.

          Der verstorbene Pilot war nach Angaben der Luftwaffe 27 Jahre alt. Er hatte etwa 400 Stunden Flugerfahrung und war ausgebildeter Kampfpilot.

          Beide Eurofighter gehörten zum Taktischen Luftwaffengeschwader 73 „Steinhoff“ in Laage bei Rostock. Das Luftwaffengeschwader ist nach eigenen Angaben unter anderem für die Ausbildung aller Eurofighter-Piloten der Luftwaffe zuständig.

          In Laage findet nach Angaben des Sprechers „bis auf Weiteres“ kein Flugbetrieb statt. Die anderen Eurofighter-Geschwader seien nicht betroffen.

          Die beiden Eurofighter waren am frühen Montagnachmittag etwa 20 Minuten nach dem Aufsteigen zusammengestoßen und abgestürzt. Die Maschinen waren zusammen mit einem dritten Eurofighter auf einem Übungsflug, bei dem sie einen Luftkampf simulierten. Sie waren nach Angaben der Luftwaffe unbewaffnet. 

          In beiden Eurofightern wurde noch der Schleudersitz aktiviert. Einer der Piloten kam ums Leben, der andere Pilot wurde nach Angaben der Luftwaffe lebend aus einer Baumkrone geborgen.

          Die zum Teil brennenden Eurofighter fielen nach der Kollision in ein Waldstück nordöstlich des Fleesensees, eines Gewässers westlich der Stadt Waren an der Müritz.

          Die Flugunfalluntersuchung hat die Abteilung General Flugsicherheit des Luftfahrtamts der Bundeswehr übernommen. In der Nacht zum Dienstag suchten rund um die Absturzstellen etwa 300 Bundeswehrsoldaten teilweise mit Scheinwerfern und Nachtsichtgeräten nach Wrackteilen, wie ein Luftwaffen-Sprecher sagte. Zudem sicherten sie die Absperrung der zum militärischen Sicherheitsbereich erklärten Regionen ab.

          Die Suche wurde auch am Dienstag fortgesetzt. Die beiden Flugdatenschreiber wurden nach Angaben der Luftwaffe gefunden und geborgen.

          Nach Angaben der Luftwaffe gibt es in Deutschland insgesamt vier Eurofighter-Geschwader – neben Laage das Taktische Luftwaffengeschwader 31 „Boelcke“ in Nörvenich/Kerpen in Nordrhein-Westfalen, das Luftwaffengeschwader 71 „Richthofen“ im ostfriesischen Wittmund und das Luftwaffengeschwader 74 in Neuburg an der Donau (Oberbayern). Insgesamt verfügt die Luftwaffe demnach über 140 Eurofighter.

          Weitere Themen

          Macrons Worte sind ihr zu wenig

          Greta Thunberg in Paris : Macrons Worte sind ihr zu wenig

          Für ihre kurze Rede erhält die Klimaaktivistin in der französischen Nationalversammlung viel Applaus, besonders aus Macrons Partei – obwohl Thunberg den Präsidenten zuvor kritisiert hat.

          Wer ist Boris Johnson? Video-Seite öffnen

          Schillernd und umstritten : Wer ist Boris Johnson?

          Der wirre Haarschopf ist unverkennbar: Boris Johnson liebt den großen Auftritt. Der Brexit-Hardliner ist eine der schillerndsten und umstrittensten Persönlichkeiten der britischen Politik.

          Topmeldungen

          Boris Johnson und die EU : Trotz allem – Partner

          In Brüssel hat man Boris Johnson in unangenehmer Erinnerung behalten. Dennoch sollten die „Europäer“ ihm, wo immer möglich, die Hand reichen – nur zu einem nicht.
          Laut Sebastian Kurz habe es sich bei der Datenvernichtung um einen „normalen Vorgang“ gehandelt.

          Datenträger geschreddert : Kurz und der Reißwolf

          Der damalige österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz ließ nach dem Platzen der Koalition mit der rechten FPÖ durch einen Mitarbeiter inkognito Daten vernichten. Warum?

          Greta Thunberg in Paris : Macrons Worte sind ihr zu wenig

          Für ihre kurze Rede erhält die Klimaaktivistin in der französischen Nationalversammlung viel Applaus, besonders aus Macrons Partei – obwohl Thunberg den Präsidenten zuvor kritisiert hat.
          Aufhören, wenn’s am schönsten ist Nach dem Pokalsieg 2018 verließ Boateng die Eintracht.

          Eintracht Frankfurt : Chance und Risiko der Boateng-Rückkehr

          Nach den Abgängen von Luka Jovic und Sébastien Haller sucht Frankfurt einen neuen Stürmer. Kommt Kevin-Prince Boateng tatsächlich zurück zur Eintracht? Eine Neuauflage der alten Liebe wäre ein Wagnis.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.