https://www.faz.net/-gpf-7947n

„Euro Hawk“ : Hohe Kosten trotz gescheiterten Kaufs

  • Aktualisiert am

Wird nicht mehr für die Bundeswehr fliegen: Der „Euro Hawk“, hier 2011 auf dem Stützpunkt Manching Bild: dpa

Die Bundeswehr wird die Drohne „Euro Hawk“ nicht anschaffen. Der Abbruch des Beschaffungsvorhabens kostet den Steuerzahler 250 Millionen Euro.

          Der Abbruch des Beschaffungsvorhabens Euro Hawk wird die Bundeswehr rund 250 Millionen Euro kosten. Aus der Leitung des Verteidigungsministeriums hieß es am Dienstag in Berlin, insgesamt habe das Kostenvolumen für die Aufklärungsdrohnen mit großer Reichweite mehr als eine Milliarde Euro betragen sollen.

          Da sich jetzt aber herausgestellt habe, dass die von einem amerikanischen Hersteller bestellten unbemannten Flugzeuge nur unter hohem finanziellen Aufwand und nicht mit Sicherheit für den deutschen Luftraum zugelassen worden wären, habe man „die Reißleine gezogen“. Es hieß, die amerikanischen Vertragspartner hätten Zusicherungen nicht erfüllen können, die in den Lieferverträgen gemacht worden seien.

          Das Aufklärungsradar, dass in den Fluggeräten eingebaut war, will die Luftwaffe aber behalten und auf andere fliegende Plattformen montieren. Auch für diese Elektronik wurden rund 250 Millionen Euro investiert, die nun aber nicht als verloren gebucht werden. Nach den abgeschlossenen Verträgen hatte das Verteidigungsministerium vier weitere dieser Fluggeräte zu einem Preis von weiteren 519 Millionen Euro beschaffen wollen, diese Ausgaben würden nun nicht mehr getätigt. Zur Begründung für den Abbruch der Beschaffung hieß es unter anderem, dass die Luftwaffe von der amerikanischen Seite nicht mit allen Unterlagen über das Fluggerät ausgestattet worden sei. Unter anderem seien die Steuerungsgeräte für die Drohnen, die in Amerika verwendet wurden, nicht exportfähig gewesen. Die deutschen Testflüge für den Euro Hawk hätten deswegen noch vor kurzem von den Vereinigten Staaten aus vorbereitet werden müssen.

          Der Beschaffungsstopp für den Euro Hawk wird auch Auswirkungen auf das andere Drohnen-Beschaffungsprojekt der Bundeswehr haben. Der geplante Kauf von bewaffnungsfähigen Drohnen mittlerer Reichweite, die gegenwärtig von einem israelischen und einem amerikanischen Hersteller angeboten werden, könne erst vollzogen werden, wenn Klarheit darüber herrsche, dass diese Fluggeräte auch für den deutschen Luftraum zugelassen werden könnten, hieß es aus dem Verteidigungsministerium. Gegenwärtig nutzt die Bundeswehr unbewaffnete Drohnen des israelischen Typs Heron ausschließlich im afghanischen Luftraum.

          Weitere Themen

          Das ist das teuerste Land Europas Video-Seite öffnen

          17 Euro für eine Pizza : Das ist das teuerste Land Europas

          Für eine Einzimmerwohnung in Reykjavik werden durchschnittlich 1300 Euro fällig, für eine Pizza zahlt man 17 Euro und selbst eine Flasche Bier kostet sieben Euro – das Leben in Island ist eindeutig nichts für Sparfüchse.

          Was die Bundeswehr braucht

          Neue Verteidigungsministerin : Was die Bundeswehr braucht

          Die Streitkräfte müssen bereit und fähig für den Einsatz sein. Die bisherigen Bemühungen müssen deshalb fortgesetzt und verstärkt werden – daran wird man die neue Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer messen.

          Topmeldungen

          Engpass bei Medikamenten : Wenn die Arznei nicht mehr zu haben ist

          Patienten im Rhein-Main-Gebiet bekommen immer häufiger nicht ihre benötigten Medikamente. Apotheker müssen manche Kunden aufgrund von Lieferengpässen wegschicken. Doch das Problem ist längst nicht mehr nur regional.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.