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Gestoppte Drohnen-Entwicklung : „Euro Hawk“ kostet weitere Millionen

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Test zu Testzwecken: Aufklärungsdrohne vom Typ «Euro Hawk» 2011 beim Überführungsflug von Amerika nach Deutschland Bild: dpa

Die „Euro Hawk“-Drohne soll zu Testzwecken wieder in Betrieb genommen werden. Ob sich das bezahlt macht, ist noch unklar. Die Kosten jedenfalls sind hoch, wie eine Grünen-Anfrage ergab.

          Die Reaktivierung der Bundeswehr-Drohne „Euro Hawk“ kostet den Steuerzahler einen weiteren Millionenbetrag. Seit Mitte Januar wird geprüft, ob das aus dem Verkehr gezogene unbemannte Aufklärungsflugzeug zu Testzwecken wieder fliegen kann. Allein der 15 Wochen dauernde Wartungsprozess kostet 2,6 Millionen Euro, wie das Verteidigungsministerium auf Anfrage der Grünen-Fraktion im Bundestag mitteilte.

          Im Frühjahr 2013 hatte der damalige Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) die Entwicklung des „Euro Hawk“ wegen massiver Probleme bei der Zulassung für den deutschen Luftraum und einer drohenden Kostenexplosion gestoppt. Im September 2013 wurde die Drohne ausgemustert. Im Oktober 2014 entschied sich das Verteidigungsministerium, sie für weitere Tests des integrierten Aufklärungssystems „Isis“ wieder fliegen zu lassen.

          Schwesterdrohne von Northrop Grumman als Trägersystem?

          Eine Entwicklung dieses Systems bis zur Serienreife würde nach Schätzung des Verteidigungsministeriums weitere 255 Millionen Euro kosten. In welchem Flugzeug die Technik genutzt werden soll, ist aber weiter unklar. Im Gespräch ist eine Schwester-Drohne des „Euro Hawk“ namens „Triton“, die von dem amerikanischen Hersteller Northrop Grumman gebaut wird.

          Der Grünen-Abgeordnete Tobias Lindner kritisierte die Reaktivierung des „Euro Hawk“ scharf. „Die Bundeswehr stößt wieder einmal ein Projekt an, obwohl das Kernproblem einer zulassungsfähigen Trägerplattform nach wie vor nicht gelöst wurde“, sagte er. „Es besteht das Risiko, dass „Isis“ für hunderte Millionen fertig entwickelt wird, aber dann kein nutzbares Flugzeug dafür zur Verfügung steht.“

          Der „Euro Hawk“ hatte den Steuerzahler bis zum Abbruch der Entwicklung bereits etwa 600 Millionen Euro gekostet, davon rund 270 Millionen für die Aufklärungstechnik.

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