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Unterstützung von Dobrindt : Essener Tafel hält an Aufnahmestopp für Ausländer fest

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Jörg Sartor (links), Vorsitzender der Essener Tafel, und Peter Renzel, Essener Sozialdezernent, geben nach einer außerordentlichen Sitzung der Essener Tafel die Ergebnisse der Tagung bekannt. Bild: dpa

In der Debatte über einen Aufnahmestopp für Ausländer bei der Essener Tafel widerspricht CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt der Kanzlerin. In Essen soll ein Runder Tisch gegründet werden.

          Die Essener Tafel zur Verteilung von Lebensmittelspenden an Bedürftige hält trotz heftiger bundesweiter Kritik an ihrem Aufnahmestopp für Ausländer fest. Es werde innerhalb der nächsten zwei Wochen ein Runder Tisch gegründet, um über die künftige Lebensmittel-Verteilung nachzudenken, erklärte der Vorstand des Vereins am Dienstag nach einer außerordentlichen Sitzung. Es bestehe dabei aber weiter Einigkeit, dass Alleinerziehende, Senioren und Familien mit minderjährigen Kindern im Mittelpunkt stehen sollten, hieß es.

          Die Essener Tafel hatte seit dem 10. Januar neue Berechtigungen zum Empfang von Lebensmitteln vorübergehend nur noch für Bürger mit deutschem Ausweis ausgestellt. Begründet wird dies mit einem angeblich zu hohen Anteil an Ausländern, weshalb sich etwa viele ältere Menschen und Alleinerziehende nicht mehr wohlfühlten und das Hilfsangebot nicht mehr wahrnähmen.

          Den Aufnahmestopp für Ausländer hatte unter anderem auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) kritisiert. Auch Sozialverbände, Politiker verschiedener Parteien und Tafeln anderer Bundesländer halten das Vorgehen für falsch.

          Widerspruch kam am Dienstag von CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt. „Es ist richtig, dafür zu sorgen, dass es nicht zu einer Verdrängung kommt an der Tafel“, sagte Dobrindt am Dienstag in Berlin. Er habe mit dem Vereinsvorsitzenden Jörg Sartor gesprochen und unterstütze dessen Entscheidung. Es dürfe nicht sein, dass „die, die angestammt berechtigt sind“ durch respektloses Verhalten anderer von der Tafel ausgeschlossen würden. „Der Handlungsdruck war groß an dieser Stelle“, sagte Dobrindt. Die Balance müsse wieder hergestellt werden. Die Diskussion zeige, dass die Integrationsfähigkeit des Landes begrenzt sei.

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