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Schulen : Esken zweifelt an Rückkehr zu Regelbetrieb

Schülerinnen in Rostock Bild: dpa

Wenn es nach der SPD-Parteivorsitzenden geht, müssen Kontakte zwischen Schülern auch künftig beschränkt werden. Die FDP-Politikerin Katja Suding sieht das anders.

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          Die SPD-Vorsitzende Saskia Esken hält eine Rückkehr zum Präsenzbetrieb in den Schulen für eine Illusion. Auch die Aussetzung der Abstandsregeln bei gleichzeitiger Einhaltung fester Kontaktgruppen zieht sie in Zweifel. Nötig seien Unterrichtskonzepte, „die die Kontakte beschränken“, forderte Esken. Geteilter Unterricht wie Sport oder Fremdsprachen mit unterschiedlichen Schülerzusammensetzungen müsse in Corona-Zeiten anders organisiert werden. „In dieser Situation muss man vielleicht die Wahlmöglichkeiten einschränken“, so Esken.

          Heike Schmoll
          Politische Korrespondentin in Berlin, zuständig für die „Bildungswelten“.

          Zugleich sprach sie sich für mehr „Durchgriffsrechte des Bundes“ in der Schulpolitik aus. Dass die Schulen nicht besser dastünden, habe mit der Föderalismusreform zu tun, der Trennung zwischen Schulen und Bund, sowie mit der Einschränkung der Länder durch die Schuldenbremse. „Um das zu ändern, müssen aber grundgesetzliche Möglichkeiten geschaffen werden.“ Der Bund sei dafür zuständig, gleichwertige Verhältnisse auch bei den Bildungschancen herzustellen.

          Die stellvertretende Vorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion Katja Suding entgegnete: „Der Staat muss die Beschulung unserer Kinder und Jugendlichen sicherstellen. Der Regelbetrieb in den Schulen muss dabei unser oberstes Ziel sein.“ Ein weiterer Unterrichtsausfall hätte katastrophale Folgen für die Chancen einer ganzen Generation. Wenn der Präsenzunterricht aufgrund von lokalem Infektionsgeschehen nicht umsetzbar sei, müsse digitales Lernen von zu Hause ohne weitere Verzögerungen möglich sein. „SPD-Chefin Saskia Esken sollte daher umso mehr in der Bundesregierung dafür werben, dass endlich die Mittel des Digitalpakts an den Schulen ankommen“, forderte Suding.

          Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) hält eine Rückkehr zum Regelschulbetrieb für unrealistisch. „Es wird keinen flächendeckenden, vollumfänglichen Regelschulbetrieb wie vor Corona geben“, sagte sein Bundesvorsitzender Udo Beckmann in einem Zeitungsgespräch. Die Politik habe eine Illusion geweckt und etwas als realisierbar dargestellt, „was selbst bei gleichbleibend niedrigem Infektionsgeschehen nicht umgesetzt werden könnte“, kritisiert Beckmann.

          Auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hält Schulöffnungen für ein hohes Risiko. Dagegen sagte der Braunschweiger Epidemiologe Gérard Krause mit Blick auf die Leipziger Studie, die abermals die geringe Bedeutung von Kindern im Infektionsgeschehen belegte, Kinder holten sich die Infektion allenfalls bei Erwachsenen, trügen aber kaum dazu bei, dass Erwachsene sich infizierten. „Die politische Konsequenz, den Regelbetrieb an Schulen wieder einzuführen, halte ich demnach nach derzeitigem Stand für schlüssig“, so Krause.

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