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Geständnis von Stephan E. : „Es war falsch, feige und grausam“

Der Hauptangeklagte Stephan E. mit seinem Verteidiger. Bild: dpa

Eine schwere Kindheit, Jähzorn und Ausländerhass, der vom Vater übernommen sein soll. Nach dem Geständnis von Stephan E., Walter Lübcke erschossen zu haben, ist dessen Familie empört.

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          Die „wirkliche Wahrheit“ habe man noch nicht erfahren, aber sie werde kommen. So hatte es Frank Hannig in einem seiner Youtube-Videos angekündigt, als er noch zu den Anwälten von Stephan E., dem Hauptangeklagten im Lübcke-Prozess, gehörte. Ist sie nun da? Stephan E., der seine bislang sehr unterschiedlichen Schilderungen des Tatgeschehens am Mittwoch zu einer weiteren Version verbunden hat, meint: ja. „Sie alle haben einen Anspruch darauf, zu erfahren, was passiert ist“, heißt es zu Beginn seiner Erklärung, in der er den Mord an Walter Lübcke gestehen wird. Kurz nach seiner Verhaftung hatte E. das schon einmal getan, sein Geständnis später aber widerrufen und fortan Markus H. beschuldigt, Walter Lübcke versehentlich erschossen zu haben.

          Marlene Grunert
          Redakteurin in der Politik.

          Es ist der achte Prozesstag am Oberlandesgericht Frankfurt, dessen Staatsschutzsenat den Mord an dem Kasseler Regierungspräsidenten verhandelt. Die Bundesanwaltschaft wirft Stephan E. vor, Walter Lübcke aufgrund einer „von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit getragenen völkisch-nationalistischen Grundhaltung“ erschossen zu haben. Markus H. soll zu dem Mord Beihilfe geleistet haben. Seit Mittwochnachmittag steht ein noch schwerwiegenderer Vorwurf im Raum. Geht es nach Stephan E., war Markus H. nicht nur Gehilfe, sondern Mittäter.

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