https://www.faz.net/-gpf-9f0op

Erneuerbare Energien : Koalition will schnelleren Ausbau von Ökostrom

  • Aktualisiert am

Solarzellen und Windräder in Bayern Bild: dpa

Noch im Oktober wollen sich die Koalitionspartner auf Sonderausschreibungen für Windanlagen und Photovoltaik einigen. Um diese schnell realisieren zu können, soll der Ausbau der Netzkapazität beschleunigt werden.

          Nach langem Streit strebt die große Koalition eine baldige Einigung über einen schnelleren Ökostrom-Ausbau an. Bis Ende Oktober solle es eine Verständigung über Sonderausschreibungen für erneuerbare Energien geben, sagte SPD-Chefin Andrea Nahles am frühen Dienstagmorgen nach knapp sechsstündigen Beratungen in Berlin. Die Koalition habe sich vorgenommen, den Anteil der erneuerbaren Energien auf 65 Prozent auszubauen. Dies sei ein „ambitioniertes Ziel“. Im Koalitionsvertrag hatten sich Union und SPD darauf verständigt, den Anteil der erneuerbaren Energien bis 2030 auf 65 Prozent zu steigern. Derzeit liegt er bei 36 Prozent.

          In einem Eckpunktepapier heißt es, Sonderausschreibungen für Wind an Land und Photovoltaik sollten rasch realisiert werden, um einen Beitrag zur Schließung der Klimalücke bis 2020 zu erzielen. Dieses nationale Klimaschutzziel – die Senkung der Treibhausgasemissionen bis 2020 um 40 Prozent im Vergleich zu 1990 – gilt als kaum noch zu erreichen.

          Es sollten je vier Gigawatt Onshore-Windenergie und Photovoltaik sowie ein Offshore-Windenergiebeitrag zugebaut werden, je zur Hälfte wirksam in den Jahren 2019 und 2020. Dabei solle auf eine bessere „Netzsynchronisation“ geachtet werden. „Wir werden die Akzeptanz von Windkraftanlagen an Land steigern.“ Der schnellere Ausbau von je vier Gigawatt Wind- und Solarstrom war im Koalitionsvertrag an eine ausreichende Netzkapazität gekoppelt. Der Ausbau der Stromnetze aber stockt. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hatte angekündigt, den Netzausbau zu beschleunigen.

          Union und SPD hatten seit Wochen über einen schnelleren Ökostrom-Ausbau gestritten. Die Union hatte argumentiert, es nütze nichts, wenn Windanlagen zugebaut würden, diese aber nicht ans Netz angeschlossen werden könnten. Außerdem wurde in der Union auf den Widerstand in Teilen der Bevölkerung etwa gegen Windräder verwiesen. Die SPD hatte auf die Sonderausschreibungen gepocht.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.