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Ermittlungen im Darknet : Polizei fasst mutmaßlichen Waffenhändler des Münchner Amokläufers

Mit der Waffe aus dem Darknet hat der Amokläufer in München neun Passanten getötet. Bild: dpa

Die Polizei hat in Marburg den mutmaßlichen Waffen-Verkäufer des Münchner Amokläufers festgenommen. Auf seine Spur brachten die Ermittler weitere Geschäfte des 31 Jahre alten Mannes.

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          Der mutmaßliche Waffenhändler, der dem Münchner Amokläufer Ali David S. Pistolen und Munition verschafft haben soll, ist in Marburg festgenommen worden. Wie die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt mitteilte, handelt es sich um einen 31 Jahre alten deutschen Staatsbürger, der dringend verdächtig ist, mit Schusswaffen und Munition illegal Handel getrieben zu haben.

          Katharina Iskandar
          Verantwortliche Redakteurin für das Ressort „Rhein-Main“ der Sonntagszeitung.

          Auf die Spur des Beschuldigten ist die bei der Generalstaatsanwaltschaft ansässige Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität gekommen, als sie gemeinsam mit dem Frankfurter Zollfahndungsamt in einem anderen Fall von Waffenhandel ermittelten.

          Wie die Generalstaatsanwaltschaft weiter mitteilte, hatte sich der Einunddreißigjährige selbst belastet. Die Ermittler hatten ein Scheingeschäft mit dem Beschuldigten vorbereitet, um ihn im Zusammenhang mit dem ursprünglichen Ermittlungsverfahren zu überführen. Im Zuge dessen sollte die Lieferung einer Maschinenpistole samt Magazinen und Munition sowie einer Pistole Modell Glock 17 mit Magazinen und Patronen zum Gesamtpreis von 8000 Euro erfolgen. Noch während das Geschäft abgewickelt worden sei, habe der Beschuldigte damit geprahlt, er habe eine solche Pistole Glock 17 auch an den Münchner Amokläufer Ali David S. verkauft. Die Schusswaffe habe er bei einem Treffen in Marburg am 20. Mai S. übergeben. Bei einem weiteren Treffen am 18. Juli habe er zudem 350 Patronen verkauft.

          Die Angaben des mutmaßlichen Waffenhändlers seien überprüft worden, so der Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft weiter. Sie würden durch die Erkenntnisse der Staatsanwaltschaft München I und dem Bayerischen Landeskriminalamt unterstützt. Als der Marburger die zum Schein erworbenen Waffen nun am Dienstag übergeben wollte, wurde er von Spezialeinsatzkräften des Zolls festgenommen. Die zum Verkauf bestimmte Maschinenpistole und die Glock 17 wurden sichergestellt. Zudem führte der Einunddreißigjährige selbst eine durchgeladene Pistole in einem Schulterholster mit sich.

          „Der Ermittlungserfolg beweist, dass es im Internet keine lückenlose Anonymität und keinen vollständigen Schutz vor Strafverfolgung gibt“, sagte Oberstaatsanwalt Alexander Badle. Der Beschuldigte hatte für seine Geschäfte ein spezielles Verschlüsselungsprogramm genutzt, das einen anonymen Austausch von Nachrichten ermöglichte. 

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