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Segelschulschiff der Marine : Ermittlungen gegen Zulieferer bei Sanierung der „Gorch Fock“

  • Aktualisiert am

Die „Gorch Fock“ Ende Oktober auf dem Geländer der Lürssen-Werft, die die Sanierung übernommen hat. Bild: EPA

Die Kosten für die Sanierung des Segelschulschiffs sind deutlich gestiegen. Dafür soll auch die alte Werft verantwortlich sein. Einige Subunternehmer sollen den Betrug mitgetragen haben, um an Aufträge zu kommen.

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          Die Staatsanwaltschaft Osnabrück ermittelt im Fall der umstrittenen Sanierung des Marineschulschiffs „Gorch Fock“ auch gegen Zuliefererfirmen. Mehrere Subunternehmen seien bereits im vergangenen Jahr wegen des Verdachts auf Rechnungsbetrug durchsucht worden, sagte ein Sprecher der Behörde am Freitag. „Die Ermittlungen dauern an.“ Zur Zahl der Firmen machte er keine Angaben. Zuvor hatte die Zeitschrift „Der Spiegel“ berichtet.

          Hauptauftragnehmer bei der Generalüberholung des Segelschiffs war die Elsflether Werft an der Unterweser. Deren frühere Führung soll aus Zahlungen der Marine für die Leistungen von Zulieferern jeweils 15 Prozent einbehalten haben. Die Subunternehmer hätten dem zugestimmt, um überhaupt an die staatlichen Aufträge zu kommen. Die Vorwürfe lauten nach „Spiegel“-Angaben Bestechung im geschäftlichen Verkehr und Beihilfe zum gewerbsmäßigen Betrug. Die Bundeswehr schätzt den entstandenen Schaden nach früheren Angaben auf etwa 16
          Millionen Euro. 

          Die Staatsanwälte ermitteln bereits seit Frühjahr 2019 gegen zwei ehemalige Vorstände der Elsflether Werft AG und weitere Beschuldigte. Bei der Sanierung der „Gorch Fock“ sind die Kosten von geplant zehn Millionen Euro auf insgesamt 135 Millionen Euro gestiegen. Derzeit arbeitet die Bremer Lürssen-Werft an dem Dreimaster und soll ihn nach Angaben der Marine Ende 2020 runderneuert abliefern.

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