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Polizei ermittelt : Wachleute sollen Bewohner von Asylbewerberheim misshandelt haben

  • Aktualisiert am

Flüchtlingsheim auf dem Gelände der ehemaligen Siegerland-Kaserne: Übergriffe durch private Sicherheitskräfte? Bild: dpa

„Das sind Bilder, die man sonst nur aus Guantanamo kennt“: Das sagte der Hagener Polizeipräsident Richter über Vorwürfe gegen den Wachdienst in zwei nordrhein-westfälischen Asylbewerberheimen. Dort sollen Bewohner misshandelt worden sein.

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          Die Polizei geht Vorwürfen gegen einen privaten Wachdienst nach, dessen Mitarbeiter Bewohner einer Asylbewerberunterkunft im siegerländischen Burbach misshandelt haben sollen. Eine eigens eingesetzte Sonderkommission im Polizeipräsidium Hagen habe Ermittlungen aufgenommen, teilte Nordrhein-Westfalens Innenminister Ralf Jäger (SPD) am Sonntag mit. Die Bezirksregierung Arnsberg als zuständige Aufsichtsbehörde habe den Sicherheitsdienst bereits von seinen Aufgaben entbunden.

          Nach einem WDR-Bericht sollen Wachdienstmitarbeiter in dem Flüchtlingsheim Bewohner geprügelt und gedemütigt haben. Von diesen Vorfällen existieren nach Angaben des Senders Videoaufnahmen, die einem Journalisten zugespielt wurden. Auch in einem Asylbewerberheim in Essen habe es Übergriffe gegeben, die Betroffene gegenüber dem WDR-Magazin Westpol geschildert hätten.

          Fuß im Nacken

          Polizei und Staatsanwaltschaft zeigten dazu in Hagen ein Handy-Foto, auf dem ein bäuchlings am Boden liegender Mann und zwei grinsende Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes zu sehen sind. Einer der Männer stellt seinen Fuß auf den Nacken des gefesselten Opfers. „Das sind Bilder, die man sonst nur aus Guantanamo kennt“, sagte der Hagener Polizeipräsident Frank Richter. Es gebe Hinweise auf mehrere Körperverletzungsdelikte, allerdings bisher keine Anzeichen auf einen fremdenfeindlichen Hintergrund.

          Beide Flüchtlingsheime werden den Angaben nach von der Firma European Homecare betrieben, einem der größten Betreiber von Flüchtlingsunterkünften in Deutschland. Das Unternehmen hält sich nach WDR-Recherchen außerdem nicht an die mit dem Land vertraglich vereinbarten Standards für den Betrieb von Flüchtlingswohnheimen. So fehlten in der Erstaufnahmeeinrichtung in Schöppingen ausreichend Psychologen, Erzieher und Sozialpädagogen. Zur Begründung habe European Homecare auf den Anstieg der Flüchtlingszahlen verwiesen.

          Die Aufsicht über die landesweiten Flüchtlingsunterkünfte hat die Bezirksregierung Arnsberg. Der stellvertretende Behördenleiter Volker Milk gestand Vertragsverletzungen durch European Homecare gegenüber Westpol ein. Dass das Land nicht einschreite, begründete er mit den Worten: „Wir sind im Moment sehr froh, dass uns alle Hilfsorganisationen und auch der private Betreiber European Homecare nach ihren besten Kräften unterstützen und es ermöglichen, dass die Menschen nicht in die Obdachlosigkeit geraten. Vor diesem Hintergrund bin ich nicht der Meinung, dass wir im Moment die Standards diskutieren sollten.“

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