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Nach Amnestie-Aktion : Ermittlungen gegen KSK-Kommandeur Kreitmayr

Soldaten des Kommandos Spezialkräfte bei einer Übung in Calw (Archivbild) Bild: dpa

Wehrdisziplinaranwälte würden mit der Untersuchung etwaiger Dienstpflichtverletzungen beauftragt, teilte Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer mit. Der Brigadegeneral bleibe während der Untersuchung auf seinem Kommandeursposten.

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          Gegen den Kommandeur des Kommandos Spezialkräfte (KSK) werden rechtliche Ermittlungen eingeleitet. Brigadegeneral Markus Kreitmayr steht demnach im Verdacht, Dienstpflichten im Zusammenhang mit einer Sammelaktion für Munition verletzt zu haben. Hintergrund ist eine mutmaßlich rechtswidrige Amnestie-Aktion, bei der Soldaten des Kommandos Spezialkräfte zuvor abgezweigte Munition anonym und ohne rechtliche Konsequenzen abgeben konnten.

          Peter Carstens
          Politischer Korrespondent in Berlin

          Bei der Aktion kamen im Frühjahr 2020 mehrere zehntausend Patronen zusammen, überwiegend handelte es sich um Übungsmunition. Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) teilte am Sonntag mit, dass die Wehrdisziplinaranwaltschaft des Kommandos Sanitätsdienst mit den disziplinaren Vorermittlungen beauftragt werde.

          Markus Kreitmayr, Kommandeur des KSK
          Markus Kreitmayr, Kommandeur des KSK : Bild: Bundeswehr

          Kreitmayr bleibe auch während der Untersuchung auf seinem Kommandeursposten in der KSK-Kaserne Calw. Die Ministerin sagte: „Wie jeder Soldat hat Brigadegeneral Kreitmayr ein faires und transparentes Verfahren verdient, das auch seine Motive und die Hintergründe berücksichtigt.“ Kramp-Karrenbauer machte in ihrer Erklärung deutlich, dass die Zustände im KSK nicht nur für Kreitmayr und seine Untergebenen, sondern auch für die vorgesetzte Division und darüber hinaus Konsequenzen haben können.

          Sie sagte am Sonntag: „Für mich ist klar, dass die Kultur der systematischen Missachtung von Regeln beim Umgang mit Munition vor der Übernahme des Kommandos durch General Kreitmayr auch Fragen an die Kommandoebene des KSK mindestens der Jahre 2017 und 2018 aufwirft sowie an die zuständige Dienstaufsicht.“ Kreitmayr war im Kommando derjenige gewesen, der nach einer erstmals wieder gründlicheren Inventur im Jahr 2019 auf beträchtliche Fehlbestände reagiert hatte.

          Das Fehlen von Munition und Sprengstoff hatte im Sommer vorigen Jahres besondere Brisanz erlangt, nachdem im Garten eines aktiven KSK-Ausbilders gestohlene Munition, Sprengstoff und ein funktionstüchtiges Sturmgewehr gefunden worden waren. Der Unteroffizier wurde vergangene Woche in Leipzig zu einer Haftstrafe von zwei Jahren auf Bewährung verurteilt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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