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Ermittlungen gegen Bundeswehr-Offizier : Untergebene mit Peitsche bedroht?

  • Aktualisiert am

Aufklärungsgeschwader der Luftwaffe: Tornados in Masar-i-Sharif Bild: ddp

Wegen des Verdachts der Misshandlung von Untergebenen bei einem Afghanistan-Einsatz ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen einen Bundeswehroffizier. Er soll Untergebene angebrüllt, tätlich angegriffen und mit einer Peitsche bedroht haben.

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          Ein Stabsoffizier der Bundeswehr steht unter Verdacht, bei einem Afghanistan-Einsatz Untergebene misshandelt zu haben. Ein Sprecher der Luftwaffe sagte am Samstag, nachdem interne Untersuchungen einen dringenden Tatverdacht ergeben hätten, sei der Fall der Staatsanwaltschaft Flensburg übergeben worden.

          Der Wehrbeauftragte des Bundestages, Reinhold Robbe, forderte die Bundeswehrführung auf, den Fall vollständig aufzuklären und gegebenenfalls mit aller Härte zu ahnden. „Ich nehme das sehr ernst“, sagte Robbe der „Bild am Sonntag“. Nach Angaben des Luftwaffensprechers waren die Vorwürfe über Misshandlungen und entwürdigendes Verhalten des Offiziers Anfang November bekannt geworden, als nach der Rückkehr des zweiten Einsatzkontingents der Aufklärungstornados Soldatinnen und Soldaten zu dem Einsatz befragt worden seien.

          In Masar-i-Sharif tätlich angegriffen

          Daraufhin habe die Luftwaffe interne Untersuchungen eingeleitet und schließlich die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Zu Einzelheiten wollte sich der Sprecher nicht äußern. Nach übereinstimmenden Berichten von „Bild“ und „Spiegel“ handelt es sich um einen Major der Luftwaffe, der auf dem Stützpunkt Masar-i-Sharif Untergebene angebrüllt, tätlich angegriffen und mit einer Peitsche bedroht habe.

          Derzeit stehen in Münster Ausbilder vor Gericht, denen Misshandlung von Rekruten vorgeworfen wird. Sie sollen vor drei Jahren im nordrhein-westfälischen Coesfeld an simulierten Geiselnahmen beteiligt gewesen sein, bei denen die Wehrpflichtigen laut Anklage geschlagen, getreten und mit Stromstößen gequält worden waren.

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