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Erfurt : AfD droht mit einem „Maßnahmenpaket“ gegen den Neubau einer Moschee

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Ein Muslim betet in Gera: Im nahen Erfurt ist ein Moscheeneubau geplant. Bild: dpa

Für 450 000 Euro will die muslimische Ahmadiyya-Gemeinde in Erfurt eine Moschee errichten. Obwohl die Pläne noch am Anfang stehen, gibt es gleich Abwehrreflexe und Drohungen – zum Beispiel von der AfD.

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          Die muslimische Ahmadiyya-Gemeinde in Erfurt hofft für ihren geplanten Moschee-Neubau in Erfurt auf eine Grundsteinlegung in diesem Jahr. Dies hänge vom weiteren Ablauf des baurechtlichen Verfahrens ab, sagte der Ahmadiyya-Bundesvorsitzende Abdullah Uwe Wagishauser am Freitag. Die Gemeinde mit rund 70 Mitgliedern will in einem Gewerbegebiet im Ortsteil Marbach eine Moschee mit Kuppel und einem elf Meter hohem Minarett errichten. Es wäre der erste Moschee-Neubau in Thüringen.

          Die Gemeinde hat dafür eine Bauvoranfrage bei der Stadt eingereicht, damit steht das Planungsverfahren noch ganz am Anfang. Bereits in dieser frühen Phase ist es umstritten. Mehrere Einwohner Marbachs nutzten die Pressekonferenz zur Vorstellung der Pläne, um ihren Unmut kundzutun. „Gefühlt ist die Mehrheit der Marbacher dagegen“, sagte Ortsteilbürgermeisterin Katrin Böhlke (parteilos). Die rechtspopulistische AfD kündigte am Freitag ein „Maßnahmepaket“ gegen den Moscheebau an, ohne Details zu nennen.

          Die Ahmadiyya-Gemeinschaft, die in Deutschland derzeit rund 50 Moscheen betreibt und auch in Leipzig einen Moscheebau plant, verfügt in Erfurt nach Angaben ihres hiesigen Sprechers Suleman Malik über keine eigenen Räume für Gebete und Begegnungen. Die jetzige Voranfrage muss von der Stadtverwaltung geprüft werden. Bei einem positiven Bescheid kann Ahmadiyya den eigentlichen Bauantrag stellen, der dann ein Genehmigungsverfahren durchlaufen muss.

          Die Stadt Erfurt stehe dem Moschee-Bau aufgeschlossen gegenüber, sagte Erfurts Oberbürgermeister Andreas Bausewein (SPD). Die Pläne würden nach denselben Kriterien geprüft, nach denen auch der Bau einer Kirche oder einer Synagoge geprüft werde. Die Ahmadiyya-Gemeinde hat ihre Pläne bereits im Ortsteilrat vorgestellt, sie plant auch eine Bürgerinformationsveranstaltung.

          Der ins Auge gefasste Standort für die Moschee liegt in einem Gewerbegebiet an der Bundesstraße 4 im Nordwesten der Stadt. Geplant sind zwei Trakte mit Gebetsraum, Büros, Küche und Sanitäreinrichtungen. Das Gelände will die Ahmaddiya-Gemeinde von der Landesentwicklungsgesellschaft erwerben. Die Größe des Baus soll mit der eines Zweifamilienhauses vergleichbar sein. Geplant ist ein „Zierminarett“, das nicht für Muezzin-Rufe genutzt werden soll. Die Bausumme wird auf 450 000 Euro geschätzt.

          Die Ahmadiyya-Glaubensrichtung gilt anderen islamischen Strömungen wegen unterschiedlicher religiöser Auffassungen als „nichtmuslimisch“. Im sächsischen Chemnitz hatte die Stadt kürzlich einen Bauvorantrag für eine Ahmadiyya-Moschee abgelehnt.

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