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Die AfD im Osten und Westen : Verführungskraft des Hochprozentigen

Björn Höcke nimmt im August 2019 am Wahlkampfabschluss der AfD in Brandenburg teil. Bild: dpa

Die Erfolge der AfD werden häufig überwiegend im Osten Deutschlands angesiedelt – das ist jedoch ein verzerrtes Bild. Im Osten hat die AfD zwar ihre Wählerhochburgen, im Westen hat sie jedoch ihre Mitglieder.

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          Es ist schon Wochen her, da twitterte der thüringische AfD-Bundestagsabgeordnete Stephan Brandner ein bisschen Häme in Richtung seiner Parteifreunde im Westen. Gerade hatte die AfD in Nordrhein-Westfalen in einer Forsa-Umfrage magere sieben Prozent erreicht, da schrieb Brandner: „Naja, Freunde aus NRW: Da sollte doch noch was gehen, oder?“ Dazu stellte er einen Smiley, der sich ein Monokel an das Auge hält. Ganz so, als müsste man die Umfragewerte der nordrhein-westfälischen AfD mit dem Vergrößerungsglas suchen. In Thüringen hingegen steht die Partei laut Infratest bei 24 Prozent.

          Justus Bender

          Redakteur in der Politik der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Solange es um Umfragewerte geht, muss sich Brandner wie ein Riese fühlen. Geht es aber um die Partei, ist er als Thüringer doch ein Zwerg. Brandner wird das spüren, wenn er zum nächsten Bundesparteitag mit 22 Delegierten anreist. Erfahrungsgemäß schaffen es die Thüringer, eine halbe Stuhlreihe zu füllen, die nur dadurch auffällt, dass Pressefotografen ständig den Vorsitzenden Björn Höcke belagern.

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