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Jasper von Altenbockum (kum.)

Kandidat Hans-Georg Maaßen : Mit Merkel-Kritik auf Egotrip

Hans-Georg Maaßen (rechts) am Freitag in Suhl in Thüringen Bild: AFP

Die CDU reagiert auf die Wahl Hans-Georg Maaßens nach dem Motto: Nicht größer machen, als er ist. Der Erfolg des Merkel-Kritikers zeigt aber, wie groß in Ostdeutschland das AfD-Problem ist.

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          Dem Klischee der Vorlieben der ostdeutschen „Basis“ entspricht Hans-Georg Maaßen nicht gerade. Ein Import aus dem Westen, rheinisches Selbstbewusstsein, ohne Wurzeln in Schmalkalden, Meiningen, Hildburghausen oder Sonneberg, den Landkreisen, die mit der Stadt Suhl dem Bundestagswahlkreis 196 seinen langen Namen geben. Sein Gegenkandidat für die Direktkandidatur für den Bundestag hätte viel besser hierher gepasst: Thüringer, bodenständig, Steuerberater, erfolgreich. Aber mit Maaßen, dem gestürzten Präsidenten des Verfassungsschutzes, kann er es natürlich nicht aufnehmen. Es ist so ähnlich wie im Sauerland mit Friedrich Merz: der Merkel-Kritiker, der Retter in der Not, der Klare-Kante-Zeiger, der Ego-Polarisierer wird mit großer Mehrheit gewählt.

          Weil sie das wohl haben kommen sehen, hielten sich Landes- und Bundesverband der CDU zur Nominierung Maaßens merklich zurück. Aus dem Thüringer Landesverband gab es verhaltene Proteste, aus der Bundespartei so gut wie nichts. Selbst nach der Wahl Maaßens am Freitagabend wollte sich der CDU-Vorsitzende Armin Laschet erst einmal nicht äußern. Mehr als deutlich wurde aus seinem NRW-Landesverband nur Serap Güler, die den Südthüringern zurief, wie „irre“ sie seien. Es gilt die Parole in der CDU: Man soll Maaßen nicht größer machen, als er ist.

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