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Erderwärmung : Klimaforscher wirft Merkel Versagen bei Klimaschutz vor

  • Aktualisiert am

Folgen der Trockenheit in Hessen: Ein Funke reicht, um Felder in einen Brandherd zu verwandeln (Symbolbild). Bild: dpa

Mojib Latif hält die anhaltende „Bullenhitze“ in Europa für eine Folge des zunehmenden CO2-Ausstoßes. Sein Kollege von der Münchener Rückversicherung dagegen sieht die Hitzewelle nicht als direkte Folge des Klimawandels.

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          Angesichts der gegenwärtigen Hitzewelle mit Ernteausfällen und Waldbränden hat der Klimaforscher Mojib Latif Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) Untätigkeit in Sachen Klimaschutz vorgeworfen. „Merkel war ja nie wirklich eine Klimakanzlerin", sagte der Kieler Wissenschaftler der „Welt“. „De facto gibt es keinen Klimaschutz, weder weltweit noch in Deutschland“, lautet Latifs düstere Bilanz. Der Ausstoß von Treibhausgasen nehme vielmehr weiter zu.

          Als Beispiel führte Latif den Verkehrssektor an. Wann immer es um die Automobilindustrie gegangen sei, habe Merkel in Brüssel interveniert. Das Resultat sei, dass Autos immer größer, schwerer und schneller würden, mehr Sprit verbrauchten und mehr klimaschädliches Kohlendioxid (CO2) ausstießen. Die Emissionen im Straßenverkehr nähmen seit Jahren zu, kritisierte Latif.

          Der Klimawandel trage auch zu Hitzewellen wie derzeit in Deutschland und weiten Teilen Europas bei, warnte der Wissenschaftler. „Die Bullenhitze flächendeckend über ganz Europa ist außergewöhnlich“, sagte er der Zeitung. Jetzt bestätige sich, was Klimaforscher schon vor Jahrzehnten vorhergesagt hätten. In Deutschland würden die Hitzetage mit über 30 Grad Celsius zunehmen ebenso wie die Zahl der „Tropennächte“, die nicht unter 20 Grad abkühlen. Und wenn es regne, „dann wie aus Kübeln“, sagte Latif.

          „Außergewöhnlicher Witterungsverlauf“

          Für die Klimaforscher der Münchener Rückversicherung dagegen ist die Hitze zurzeit keine direkte Folge des Klimawandels. „Zunächst einmal ist das ein außergewöhnlicher Witterungsverlauf“, sagte Forschungsleiter Eberhard Faust. Allerdings hätten Hitzerekorde in Europa über die vergangenen Jahrzehnte hinweg mehr zugenommen, als ohne langfristigen Klimawandel zu erwarten gewesen wäre. Es sei zu erwarten, dass es trockene Hitzeepisoden im Sommer in Europa künftig häufiger geben werde – in der Südhälfte mehr als in der Nordhälfte.

          Klimaforscher Latif räumte ein, einzelne Wetterextreme seien kein Beleg für einen vom Menschen verursachten Klimawandel. Aber eine so lang andauernde Hitzeperiode in den hohen Breiten bis hinauf zum Polarkreis lasse sich nicht mehr mit „normaler Klimavariabilität" erklären. Wenn Klimaforscher aus ihren Messungen die natürlichen Klimaschwankungen herausrechneten, zeige sich der Einfluss des Menschen – und der nehme kontinuierlich zu.

          Derzeit ächzen weite Teile Europas unter enormer Hitze. Unter anderem in Griechenland, Schweden, Lettland, aber auch in Deutschland brachen Waldbrände aus.

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