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Post wegen Corona : Entsetzen nach Drohungen gegen Lauterbach und Drosten

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach Bild: dpa

Im Streit um den richtigen Umgang mit dem Virus schrecken manche nicht vor Morddrohungen zurück. Der SPD-Politiker Karl Lauterbach warnt, so sollen missliebige Stimmen aus dem Diskurs verschwinden.

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          Die anonymen Drohungen gegen den SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach und den Berliner Virologen Christian Drosten im Zusammenhang mit der Debatte um den richtigen Umgang mit der Corona-Pandemie haben Entsetzen ausgelöst. Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) nannte die Drohungen „unerträgliche Attacken auf die Wissenschaft, deren Forschung Leben rettet“. Der Vorsitzende der Innenministerkonferenz, Georg Maier (SPD) aus Thüringen, beklagte, bei den Corona-Protesten finde eine Entgrenzung von Extremismus statt.

          Kim Björn Becker
          Redakteur in der Politik.

          Lauterbach, der für einen eher restriktiven Kurs im Kampf gegen das Virus plädiert, hatte nach eigenen Angaben zwei Drohungen erhalten. Zum einen eine Postkarte, auf der ein Kreuz mit seinem Namen darin abgebildet ist; darunter in Schreibmaschinenschrift die Warnung, er solle an seine Familie denken. Auf Twitter veröffentlichte Lauterbach zudem das Foto eines Pakets, das eine Art Ampulle enthält, deren Inhalt laut Aufschrift Corona-positiv sein soll. Dazu ein Zettel mit der Nachricht: „Trink das – dann wirst du immun.“ Der Virologe von der Berliner Charité, Christian Drosten, teilte den Beitrag auf Twitter und schrieb dazu: „Dasselbe Paket habe ich heute auch bekommen.“

          Lauterbach sagte dieser Zeitung, er bekomme regelmäßig Morddrohungen und sei dies „in gewisser Weise gewohnt“. Dabei sei es bisher jedoch meist um parteipolitische Auseinandersetzungen gegangen, nicht um wissenschaftlich-politische. „Im Zusammenhang mit Corona hat die Schärfe klar zugenommen“, sagte Lauterbach. „Die Bedrohungen sind der gezielte Versuch, dass bestimmte Positionen in der Öffentlichkeit nicht mehr geäußert werden“, sagte Lauterbach. „Das ist niederträchtig, dagegen müssen wir uns wehren.“ Nach dem Erhalt der Morddrohung, die sich auch gegen seine Familie richtet, habe Lauterbach den Staatsschutz eingeschaltet.

          Immer wieder werden Politiker Opfer von Bedrohungen. Im Oktober hatte Thüringens CDU-Vorsitzender Mike Mohring eine Morddrohung gegen ihn öffentlich gemacht, die offenkundig aus der rechtsextremen Szene kam. Auch die Grünen-Politiker Cem Özdemir und Claudia Roth hatten Drohungen erhalten, genauso wie Ende Januar der SPD-Politiker Karamba Diaby aus Halle. Auch der Virologe Drosten hatte nach eigenen Angaben bereits Morddrohungen erhalten. Im Interview mit der britischen Zeitung „Guardian“ sagte er Ende April, er leite diese Drohungen an die Polizei weiter.

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