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Enthüllung : Maschmeyer gab Schröder zwei Millionen Euro für Memoiren

Nicht nur Sportsfreunde: Schröder und Maschmeyer im April 2007 bei einem Spiel von Hannover 96 auf der Tribüne Bild: dapd

Der ehemalige Bundeskanzler Schröder soll für seine Memoiren vom Finanzunternehmer Maschmeyer nicht eine, sondern zwei Millionen Euro erhalten haben. Das Geschäft soll auch noch in dessen Amtszeit gefallen sein.

          Der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hat für den Verkauf der Rechte an seinen Memoiren offenbar weit mehr Geld bekommen, als bisher bekannt. Schröder hat demnach von dem niedersächsischen Finanzunternehmer Carsten Maschmeyer nicht eine, sondern zwei Millionen Euro erhalten. Außerdem soll die Vereinbarung zu diesem Geschäft zwischen den Freunden Schröder und Maschmeyer bereits im August 2005 getroffen worden sein als Schröder noch Kanzler war. Das berichtet die Zeitschrift „Stern“. Schröder wollte am Mittwoch keinen Kommentar zu dem Bericht abgeben.

          Eckart Lohse

          Leiter der Parlamentsredaktion in Berlin.

          Mutmaßungen, dass Schröder sich die Rechte für seine Erinnerungen mit dem Titel „Entscheidungen – Mein Leben in der Politik“ von Maschmeyer habe abkaufen lassen, waren schon 2011 an die Öffentlichkeit gekommen. Eine Bestätigung dafür gab es jedoch lange Zeit nicht. Erst Ende des vergangenen Jahres sagte Maschmeyer der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, dass es so gewesen sei: „Dass ich für eine Million die Rechte erworben habe, ist bekannt.“ Maschmeyer behauptete jedoch, die Sache sei für ihn ein Geschäft gewesen, „und mit den Vorabdrucken, dem Verkauf des Buchs in Deutschland, den Auslandsversionen und Folgeauflagen sogar ein sehr gutes“. Dass sich das angesichts des doppelten finanziellen Einsatzes von Maschmeyer immer noch so darstellt, wird von Kennern der Branche bezweifelt.

          Ein gutes Geschäft: Schröders Memoiren

          Maschmeyer stand ein Jahrzehnt an der Spitze des „Allgemeinen Wirtschaftsdienstes“ (AWD, heute: Swiss Life Select Deutschland GmbH), der Versicherungen und Kapitalanlagen vertreibt. Während der Kanzlerschaft Schröders war für Maschmeyer die Weiterentwicklung der sogenannten Riester-Rente zur Altersabsicherung wichtig für das Geschäft. Er behauptet zwar, er habe Schröder und den früheren Arbeitsminister Walter Riester (SPD) erst kennengelernt, als die nach diesem benannte Rente beschlossen gewesen sei. Offenbar hat Maschmeyer jedoch versucht, auf deren Weiterentwicklung Einfluss zu nehmen und hatte dabei guten Zugang zum Kanzleramt, wie dem „Stern“-Bericht zu entnehmen ist.

          Die „Stern“-Redakteure konnten für ihren Bericht und ein im Droemer-Verlag erscheinendes Buch über die Beziehung zwischen Maschmeyer, Schröder und dem einstigen niedersächsischen Ministerpräsidenten sowie späteren Bundespräsidenten Christian Wulff (CDU) viele vertrauliche Dokumente Maschmeyers auswerten. Offensichtlich haben sogenannte Whistleblower E-Mails, Briefe und andere Dokumente zur Verfügung gestellt.

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