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Entführung im Irak : Deutsche Muslime bieten Hilfe an

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Nadeem Elyas vom Zentralrat der Muslime: „Es ist alles möglich” Bild: picture-alliance / dpa/dpaweb

Der radikale Schiitenführer Moktada Sadr und sunnitische Gemeinden im Irak haben die Entführer der Deutschen dazu aufgerufen, ihre Geisel freizulassen. In Deutschland beraten die islamischen Dachverbände, wie sie in dem Fall helfen können.

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          Die islamischen Dachverbände in Deutschland sind dazu bereit, die Bemühungen um die Freilassung der im Irak entführten deutschen Archäologin Susanne Osthoff zu unterstützen. „Es ist alles möglich - von der Pressemitteilung bis hin zur Beteiligung an einer Delegation nach Bagdad und zu einer Demonstration“, sagte der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Nadeem Elyas der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

          Man sei mit dem Krisenstab in Berlin in Kontakt und werde nur auf dessen Empfehlung aktiv. Auch der Islamrat ist nach den Worten seines Vorsitzenden Ali Kizilkaya zu allem bereit, was weiterhilft. „Von Demonstranten lassen sich aber nur Demokraten beeindrucken, nicht aber Kriminelle“. Beide Dachverbände hielten engen Kontakt.

          Sadr und Komitee der Ulemas fordern Freilassung

          Nach dem radikalen Schiitenführer Moktada Sadr rief im Irak auch das Komitee der Ulemas zur Freilassung der entführten Deutschen auf. Die wichtigste Organisation der sunnitischen Gemeinden im Irak appellierte an die Entführer, die Geisel als Zeichen des „Respekts für die positive Haltung Deutschlands beim Irak-Krieg“ freizulassen.

          Auch Sadr appelliert an die Entführer

          Die Islamische Föderation Berlin lud am Freitag zum gemeinsamen Gebet für den „Frieden im Irak und gegen jeglichen Terror“ ein. Innensenator Körting (SPD) nahm daran in der Berliner Emir-Sultan-Moschee teil. „Ich halte dies für ein hervorragendes Zeichen der Muslime in dieser Stadt, eine gemeinsame Abwehrlinie gegen den Terrorismus zu zeigen“, sagte er.

          Zusammenhang mit den Wahlen?

          Die Bundesregierung setzte ihre „umfassenden Anstrengungen“ zur Befreiung der deutschen Geisel „intensiv und unverändert“ fort. Die Familie der Entführten hatte zuvor in einem Video, das auch vom Fernsehsender Al Dschazira gezeigt worden war, an die Entführer appelliert. (Siehe auch: Mutter und Schwester von Osthoff appellieren an Geiselnehmer)

          Der irakische Botschafter in Deutschland, Al Hashimy, sagte, es werde im Irak sowohl seitens der Deutschen Botschaft, als auch der irakischen Behörden „intensive Arbeit“ geleistet. Er hoffe, „daß diese Zusammenarbeit ein Endresultat bringt, daß irgendein positives Zeichen in naher Zukunft möglich ist“. Al Hashimy brachte die Entführung in Zusammenhang mit den Wahlen in zwei Wochen. Die irakische Regierung vermute, „daß es in den nächsten zwei Wochen viele Versuche der Terroristen geben wird, sich zu zeigen und der ganzen Welt zu beweisen, daß sie da sind. Aber der politische Prozeß geht weiter“.

          Unterdessen hat die Bundesanwaltschaft gemäß ihrem gesetzlichen Auftrag ein Ermittlungsverfahren gegen die bisher unbekannten Entführer eingeleitet - wegen Bildung einer ausländischen terroristischen Vereinigung und versuchter Nötigung von Verfassungsorganen.

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