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Impfangebot für alle Bürger : Ministerium schlägt Ende kostenloser Corona-Tests Mitte Oktober vor

  • Aktualisiert am

Sollen nur für für Personen, die nicht geimpft werden können oder für die keine Impfempfehlung vorliegt, kostenlos bleiben: Corona-Schnelltests, wie hier in Hannover Bild: dpa

Für Mitte Oktober schlägt das Bundesgesundheitsministerium das Ende der kostenlosen Corona-Schnelltests vor. Allen Bürgern sei mittlerweile ein Impfangebot gemacht worden. Derweil kritisieren die Hausärzte den Beschluss der Gesundheitsminister, Kinder ab 12 Jahren zu impfen.

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          Das Bundesgesundheitsministerium schlägt ein Ende der kostenlosen Corona-Schnelltests für alle Bürger für Mitte Oktober vor. Da mittlerweile allen Bürgern ein unmittelbares Impfangebot gemacht werden könne, sei eine dauerhafte Kostenübernahme durch den Steuerzahler nicht angezeigt, heißt es in einem Ministeriumsbericht zum weiteren Vorgehen im Herbst und Winter, der den Ländern und dem Bundestag zugesandt wurde. Er liegt der Deutschen Presse-Agentur vor.

          Daher werde vorgeschlagen, dass der Bund das Angebot kostenloser Bürgertests für alle Mitte Oktober beendet - etwa zum 11. oder zum 18. Oktober. Nur für Personen, die nicht geimpft werden können oder für die keine allgemeine Impfempfehlung vorliege wie Schwangere oder Unter-Achtzehnjährige, solle es weiterhin kostenlose Schnelltests geben.

          „Nicht über Nacht kostenpflichtig“

          „Die kostenlosen Bürgertests haben einen wichtigen Beitrag geleistet, um die dritte Welle zu brechen und um den Bürgerinnen und Bürgern zusätzliche Sicherheit für ihren Alltag zu geben“, heißt es in dem Bericht. Das Thema soll am 10. August auch in der Runde von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Ministerpräsidenten besprochen werden, wie die Bundesregierung angekündigt hatte. Dabei sollten Schnelltests „nicht über Nacht plötzlich kostenpflichtig“ werden, sagte die stellvertretende Sprecherin Ulrike Demmer. Der Bund übernimmt seit März die Kosten für mindestens einen Schnelltest pro Woche.

          Zuvor hatten die Hausärzte in Deutschland mit Unverständnis auf den Beschluss der Gesundheitsminister reagiert, allen Kindern von zwölf Jahren an ein Corona-Impfangebot zu machen. Warum eine Empfehlung der Ständigen Impfkommission zu dieser Frage auf der Basis fundierter Studien nicht abgewartet werden könne, sei ihm „schleierhaft“, sagte der Bundesvorsitzende des Deutschen Hausärzteverbands, Ulrich Weigeldt, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. „Das Ganze klingt ein wenig nach Wahlkampfgetöse.“

          Weigeldt warf den Gesundheitsministern eine „Missachtung der Kompetenz“ der STIKO vor und warnte davor, dass der Beschluss zum Impfangebot zu Verunsicherung führen könne. Zudem liege das Pandemie-Risiko derzeit „mehr bei den nicht impfwilligen Erwachsenen als bei den Kindern und Jugendlichen zwischen zwölf und 17 Jahren“.

          Hausärzte sehen STIKO übergangen

          In der Wirtschaftswoche vom Dienstag bezeichnete Weigeldt die Vorstellung, „dass wir selbst nach einer STIKO-Empfehlung alle Jugendlichen durchimpfen“, als „genauso Science-Fiction wie die Vorstellung über eine Impfquote von 90 Prozent“. Dies sei aber auch nicht notwendig. „Worunter die meisten Kinder leiden, ist sicherlich weniger Long-Covid als vielmehr Long-Lockdown“, sagte der Mediziner. Er plädierte deshalb für eine Debatte über eine Impfpflicht für Kita- und Lehrpersonal.

          Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern hatten am Montag entschieden, Kindern und Jugendlichen von zwölf Jahren an ein breites Angebot an Corona-Impfungen zu ermöglichen. Damit umgingen sie die STIKO, die Corona-Impfungen für Zwölf- bis 17-Jährige bisher nur bei Vorliegen besonderer Risiken empfiehlt.

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