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Was vom Kontaktverbot bleibt : Merkel und die Mutter aller Fragen

  • -Aktualisiert am

Mehr Mut wagen? Bundeskanzlerin Angela Merkel Bild: dpa

Bisher war die Marschrichtung des Bundes: Ja nicht zu früh die Corona-Maßnahmen lockern. Jetzt ist plötzlich vieles möglich. Naht das Ende des Gleichschritts gegen die Pandemie?

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          Fast wäre es passiert. Fast wäre Angela Merkel am Mittwochnachmittag Peter Tschentscher nach dem Ende ihrer gemeinsamen Pressekonferenz so nahe gekommen, dass der Zollstock wohl weniger als 1,5 Meter angezeigt hätte. Grundsätzlich ist genug Platz hinter dem Tisch im Konferenzraum des Kanzleramts, von dem aus seit Wochen die jüngsten Beschlüsse von Bund und Ländern im Kampf gegen die Pandemie verkündet werden. Doch in Corona-Zeiten muss man aufpassen. Und weil nichts der politischen Prominenz so schnell Kritik und Spott einträgt wie das zu enge Beisammenstehen, hielt die Kanzlerin im letzten Moment inne, ließ dem Hamburger Ersten Bürgermeister mit genug Abstand den Vortritt und verließ anschließend mit diesem und dem bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder den Saal. Söder indes hielt zwei Meter Abstand zur Kanzlerin, mindestens.

          Eckart Lohse

          Leiter der Parlamentsredaktion in Berlin.

          Kurz zuvor hatten die Regierungschefs von Bund und Ländern in einer mehr als vierstündigen Sitzung sehr umfassende Lockerungen der bisherigen Einschränkungen beschlossen. Bei der Abstandsregelung von mindestens 1,5 Metern soll es immerhin bleiben; auch dabei, dass man nur eingeschränkt mit anderen Personen zusammentreffen soll. Söder sagte, die Kontaktbeschränkung bleibe „die Mutter aller Fragen“. Das war neben einer inhaltlichen Aussage auch eine kleine Verneigung vor der zur seiner Linken sitzenden Kanzlerin, die Söder in der vorigen Woche als „internationale Stimme der Vernunft“ bezeichnet hatte. Denn Abstandsgebot und das grundsätzliche Festhalten an Kontaktbeschränkungen gehören zu den nicht mehr zahlreichen bundeseinheitlichen Regelungen im Kampf gegen die Pandemie.

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