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Einführung des Euro 2002 : Schon wieder neues Geld

Eine riesige Euro-Münze überragt die Menschen in der Innenstadt von Frankfurt am Main als die ersten Euro-Starterkits mit einem Sortiment von Euro-Münzen ausgegeben werden. Bild: dpa

Auf ihre D-Mark waren die Deutschen so stolz wie auf ihre Nationalmannschaft. Entsprechend emotional einschneidend war für viele die Einführung des Euros am 1. Januar 2002. Teil 16 unserer Serie „Deutschland seit 1945“.

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          Das Wort „Nationalstolz“ stand – angesichts der jüngsten Geschichte vermutlich nicht eben überraschend – in Deutschland nach 1945 nicht sehr hoch im Kurs. Auf zwei Dinge allerdings seien die (West-)Deutschen schon stolz, hieß es. Erstens auf ihre Fußballer (bis zur Wiedervereinigung immerhin dreimal Weltmeister), zweitens auf ihre Währung, die D-Mark. Entsprechend groß war für viele der Einschnitt, den die Einführung des Euro-Bargelds am 1. Januar 2002 bedeutete. Für die ehemaligen DDR-Bürger war es innerhalb von nur gut zehn Jahren sogar die zweite Währungsumstellung. Die westdeutsche Währung hatte in der Zeit der friedlichen Revolution in der DDR eine wichtige Rolle gespielt. Ein Slogan lautete: „Kommt die D-Mark, bleiben wir – kommt sie nicht, gehn wir zu ihr.“

          Peter Sturm

          Redakteur in der Politik, zuständig für „Politische Bücher“.

          Das Thema einer Wirtschafts- und Währungsunion gehörte in der Europäischen Gemeinschaft, der heutigen Europäischen Union, schon früh zu den langfristig anzustrebenden Zielen. Ein erster Plan entstand Anfang der siebziger Jahre. Durch die Schaffung eines europäischen Binnenmarktes gewann das Thema in den achtziger Jahren wieder verstärkt an Bedeutung. Ungeahnte Dynamik entwickelte sich, als durch die friedliche Revolution in der DDR und die Auflösungserscheinungen im Ostblock die Chance einer Vereinigung beider deutscher Staaten plötzlich real wurde.

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