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Umwelt-Lobby : Wie die Verbände den Grünen helfen

Umweltschützer wollen, dass weniger geflogen wird – außer von Bienen. Bild: dpa

Unsere Gesellschaft wird immer grüner. Schlagkräftige und professionell organisierte Umwelt- und Naturschutzverbände haben viel dafür getan. Die Grünen nutzen deren Kampfkraft und Expertise.

          9 Min.

          Grün ist die Modefarbe. Nicht nur die Partei der Grünen eilt von Wahlerfolg zu Wahlerfolg. Schick ist es auch, bei Naturschutzvereinen mitzumachen, beim Fahrradclub, der „Allianz pro Schiene“ oder „Foodwatch“. Auf einmal wollen viele Bienen züchten oder wenigstens eine Bienenwiese anlegen. Wollen ökologisch einkaufen, torffrei gärtnern, den Coffee to go nicht mehr im Pappbecher herumtragen und auf Plastik verzichten. Wollen mehr mit dem Fahrrad fahren oder dem Zug. Und die Grünen wählen sowieso.

          Frank Pergande
          Politischer Korrespondent der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin.

          All die Umwelt-, Verkehrs- und Verbraucherverbände, die es in Deutschland für mehr Grün so gibt, haben an diesem Umdenken einen großen Anteil. Auch wenn das nicht so auffällt. Aber sie sind viel größer als die Partei, oft auch reicher. Die Grünen nutzen gern die Kampfkraft und die Expertise der Verbände, umgekehrt sind die Verbände keineswegs auf die Grünen angewiesen, sie können sich politisch auch so durchsetzen. Beide stehen in einem besonderen Verhältnis, reine Liebe ist es nicht, manchmal sogar großer Zank, auch wenn die meisten grünen Politiker aus Umweltgruppen kommen, heute wie damals. Oliver Krischer etwa, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Grünen im Bundestag, ist seit vierzig Jahren im Naturschutzbund Deutschland (Nabu): „Ich teile natürlich nicht immer alles, was andere Leute vom Nabu sagen. Neulich erst hatte ich eine kontroverse Debatte zum Windkraftausbau bei mir im Eifel-Wahlkreis, in Nideggen. Da gibt es schon sehr unterschiedliche Vorstellungen, wie das konkret geht.“

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