https://www.faz.net/-gpf-8s5kk

„Eine gärende Masse“ : Die rechtsextreme Szene wächst

  • Aktualisiert am

Gegendemonstrant bei einer Kundgebung der rechtsextremistischen Partei Pro NRW Anfang Januar in Köln. Bild: dpa

Etwa 23.000 Menschen gelten laut Verfassungsschutz als Rechtsextremisten. Die Zahl wächst, heißt es. Und ihre Gewaltbereitschaft auch.

          Die rechtsextreme Szene in Deutschland wächst und wird einem Medienbericht zufolge militanter. Im vergangenen Jahr sei die Zahl der gewaltorientierten Rechtsextremisten auf 12.100 gestiegen, berichtet der „Tagesspiegel“ unter Berufung auf Sicherheitskreise. Das sei deutlich mehr als die Hälfte des gesamten rechtsextremistischen Spektrums mit etwa 23.000 Personen. Damit setze sich der Trend der vergangenen Jahre fort.

          Im Jahr 2015 habe der Verfassungsschutz 22.600 Rechtsextremisten gezählt, davon seien 11.800 als gewaltorientiert eingestuft worden, heißt es in dem Bericht. „Die Aggressivität nimmt noch zu“, sagten Sicherheitsexperten. Es gebe eine „gärende Masse“, die sich als Vollstrecker des Volkswillens sehe. Zentrale Feindbilder seien Flüchtlinge und der Islam.

          Zu den gewaltorientierten Rechten müssten zunehmend auch Menschen gezählt werden, die bis vor kurzem weder den Nachrichtendiensten noch der Polizei als Extremisten bekannt gewesen seien, hieß es dem Bericht zufolge. Damit werde die Warnung des Bundeskriminalamts bestätigt, bei den Angriffen auf Flüchtlingsunterkünfte gebe es immer mehr Täter, die zuvor nicht in einer rechtsextremistischen Organisation aktiv gewesen seien.

          Das Spektrum wird unübersichtlich

          Die NPD könne von dieser Entwicklung zwar nicht profitieren, gewachsen sei aber das Spektrum der sogenannten subkulturell geprägten Rechtsextremisten auf 8500 Personen, von 8200 im Vorjahr. So nennt der Verfassungsschutz die vielschichtige Sphäre jenseits festgefügter Organisationen, darunter die rechte Musikszene, Skinhead-Cliquen und lose Zusammenschlüsse im Internet. Das gesamte rechtsextremistische Spektrum werde laut Sicherheitskreisen zunehmend unübersichtlich, schreibt die Zeitung.

          Als rechtsextremistisch nach den Kategorien des Verfassungsschutzes gälten längst nicht alle Personen, die rassistische, islamfeindliche oder andere „rechte“ Ansichten vertreten. Die allermeisten AfD-Mitglieder oder Pegida-Demonstranten würden vom Verfassungsschutz nicht als Extremisten erfasst.

          Weitere Themen

          Auf Mays nächsten Zug kommt es an

          Brexit-Kommentar : Auf Mays nächsten Zug kommt es an

          Auf den Tisch hauen, wie es einst Maggie Thatcher tat, kann die heutige Premierministerin in der EU nicht mehr. Doch ein zweites Referendum könnte ihr helfen.

          Neue Streiks vor Weihnachten? Video-Seite öffnen

          Einigung von Bahn und EVG : Neue Streiks vor Weihnachten?

          Die Deutsche Bahn und die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) haben sich in Berlin auf einen weitreichenden Tarifabschluss verständigt. Die Löhne steigen in zwei Stufen um insgesamt 6,1 Prozent.

          Heftige Proteste gegen die Regierung Video-Seite öffnen

          Gesetzesänderung in Ungarn : Heftige Proteste gegen die Regierung

          Die Demonstranten kritisieren unter anderem die Verabschiedung eines neuen umstrittenen Arbeitsgesetzes, das es Arbeitgebern ermöglichen soll, von ihren Angestellten bis zu 400 Überstunden pro Jahr verlangen zu können.

          Topmeldungen

          Viel Lärm um Nichts: Theresa May steht nach ihren erfolglosen Verhandlungen auf dem EU-Gipfel in der Heimat mal wieder unter Druck.

          Brexit-Kommentar : Auf Mays nächsten Zug kommt es an

          Auf den Tisch hauen, wie es einst Maggie Thatcher tat, kann die heutige Premierministerin in der EU nicht mehr. Doch ein zweites Referendum könnte ihr helfen.
          Münchens Robert Lewandowski (Mitte) bejubelt seinen Treffer zum 4:0.

          4:0 in Hannover : Gnadenlose Bayern setzen Aufholjagd fort

          Der deutsche Fußball-Rekordmeister kommt in Hannover zu einem ungefährdeten Erfolg. Zwei Rückkehrer stehen bei den Münchenern dabei in der Startaufstellung. Und der Sieg hätte noch deutlicher ausfallen können.
          Moses Pelham über Frankfurt: „Ich weiß nicht, ob meine Geschichte in einer anderen Stadt möglich gewesen wäre.“

          FAZ Plus Artikel: Moses Pelham : Rap und Rechtsgeschichte

          Der Musiker Moses Pelham hat Rap mit deutschen Texten dem Massenpublikum schmackhaft gemacht. Als Produzent verhalf er Sabrina Setlur und Xavier Naidoo zum Durchbruch – und schrieb Rechtsgeschichte.
          Das Cover von „GG – Das Grundgesetz als Magazin“

          Das Grundgesetz als Magazin : Verfassung auf Hochglanz gebracht

          Damit einzelne Artikel nicht in einer grauen Paragraphenmasse untergehen, publiziert der Journalist Oliver Wurm das Grundgesetz als Magazin. Damit erzielt er einen bemerkenswerten Effekt.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.