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Politiker und Prominente : Was bisher über den Datenklau bekannt ist

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Auf einem Computerbildschirm ist der inzwischen gesperrte Twitter-Account zu sehen, über den zahlreiche Daten und Dokumente von Politikern und Prominenten geteilt wurden Bild: dpa

Daten und Dokumente zahlreicher Politiker, Journalisten und Künstler wurden seit dem 1. Dezember online gestellt. Wer ist betroffen? Wie brisant sind die Daten? Und was sind die Folgen für die Opfer? Antworten auf die wichtigsten Fragen.

          Adressen, Personalausweis-Fotos und Call-A-Bike-Rechnungen: Seit dem 1. Dezember wurden über einen Twitter-Account zahlreiche Daten und Dokumente von Politikern und anderen Personen des öffentlichen Lebens geteilt. Öffentlich bekannt wurde der Datenklau aber erst durch einen Bericht des RBB. FAZ.NET hat die Daten eingesehen – ein Überblick über den aktuellen Stand:

          Wer ist von dem Datenklau betroffen?

          Veröffentlicht wurden Daten von Musikern, Künstlern, Journalisten, Moderatoren und Politikern. Die Rap-Band K.I.Z. war ebenso betroffen wie Andrea Nahles. Zur Präsentation der Daten wurde eine Art Twitter-Adventskalender gewählt, ab dem 1. Dezember wurden jeden Tag neue Daten veröffentlicht, bis kurz vor Weihnachten die von Künstlern, Youtubern und Moderatoren, in den fünf Tagen vor Weihnachten dann die von Parteien und Politikern. In den Tweets standen mal nur (Partei-)Namen als Botschaft, mal Beschreibungen wie: „Es geht an einen ganz bestimmten lieben Moderatoren“, den jeder kenne. Auch Briefe an Frank-Walter Steinmeier und Angela Merkel sind zu finden. Die letzte Veröffentlichung war am 28.12. und bezog sich auf Jürgen Resch, den Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe. Dessen Daten finden sich jedoch nicht in dem verfügbaren Datensatz.

          Um welche Daten handelt es sich?

          Es wurden dienstliche und private Daten veröffentlicht. Von fast allen Betroffenen sind Kontaktdaten enthalten. Dazu zählen ehemalige und aktuelle Adressen, Telefonnummern und E-Mail-Adressen. Zudem wurden zahlreiche Dokumente zugänglich gemacht. Darunter sind Briefe und E-Mails, Rechnungen von Bahnfahrten, Abiturzeugnisse, Kinderfotos und Bescheide vom Kraftfahrtbundesamt in Flensburg. Welche Daten authentisch sind und welche nicht, muss noch geprüft werden. Der SPD-Bundestagsabgeordnete Florian Post sagte der Nachrichtenagentur dpa allerdings, unter ihnen sei „mindestens eine gefälschte Datei“. Diese wurde dem SPD-Politiker innerhalb der Datensammlung zugeordnet, er sagte dazu aber: „Die gehört mir nicht, sie wurde mir nie geschickt, und ich habe sie nicht gespeichert.“ Einige der Dokumente, beispielsweise eine angebliche Rechnung eines Politikers an einen Moderatoren, wirken tatsächlich wenig authentisch. Fotos von Kreditkarten dürften dagegen echt sein.

          Wer könnte hinter der Aktion stecken?

          „Die Daten wurden natürlich inszeniert, aber daraus allein kann man derzeit noch keine Schlüsse auf die Urheber ziehen“, sagt der Leiter des Fraunhofer-Instituts für Sichere Informationstechnologie (SIT), Michael Waidner, FAZ.NET. Da die AfD nicht unter den betroffenen Parteien zu sein scheint, wurde gemutmaßt, dass der oder die Täter aus dem Umfeld der Rechtspopulisten kommen oder mit der Partei sympathisieren könnten. Dass sich in dem Datensatz keine Daten von AfD-Mitgliedern finden lassen, könnte aber auch Zufall sein und mit der Art und Weise zu tun haben, wie der oder die Täter an ihr Material gekommen sind. Der Twitter-Account, über den die Daten verbreitet worden waren, wurde am Freitag gesperrt. Er wurde im Februar 2015 eingerichtet, der erste Beitrag, der am Freitagmorgen noch zu sehen war, stammte von Juni 2017. Nach Informationen des Nachrichtenportals t-online habe der Hacker mit seiner Aktion hauptsächlich Aufmerksamkeit bekommen wollen. Diese Absicht habe er in einem Chat geäußert.

          Wie wurden die Daten beschafft?

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