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Ein Bombenbauer? : Kölner Polizei fahndet nach  Chemikalien-Käufer

„Eine spitze Nase und hohe Geheimratsecken“: Mit diesem Bild sucht die Polizei den Chemikalien-Käufer. Bild: Polizei Köln

Mit einem Fahdungsfoto sucht die Kölner Polizei einen Mann, der in einem Baumarkt Chemikalien gekauft hat. Aus denen könnte man nämlich eine Bombe bauen.

          Die Kölner Polizei fahndet nach einem Unbekannten, der am Freitag in einem Baumarkt im nahen Pulheim Chemikalien gekauft hat, die sich zum Bombenbau eignet. Mit den Substanzen könne „mit entsprechenden Kenntnissen ein explosionsfähiges Gemisch“ hergestellt werden, teilten Staatsanwaltschaft und Polizei am Dienstagnachmittag mit. Die Ermittler baten die Bevölkerung „dringend um Unterstützung“ bei der Fahndung nach dem 45 bis 50 Jahre alten Mann. Dessen Aussehen beschrieben Mitarbeiter des Marktes als „aus dem Nahen Osten stammend“.

          Reiner Burger

          Politischer Korrespondent in Nordrhein-Westfalen.

          Ein Verkäufer hatte die Polizei am Samstag über den Mann informiert. Trotz intensiver Ermittlungen ist es dem polizeilichen Staatsschutz bisher nicht gelungen, den Mann zu identifizieren. Laut Kölner Polizei, die am Dienstagnachmittag auch ein Foto des Gesuchten veröffentlichte, ist der Mann 1,70 bis 175 Meter groß und schlank und spricht gut Deutsch. Er habe „eine spitze Nase und hohe Geheimratsecken“, heißt es im Fahndungsaufruf. Überdies trage er einen kurzen Vollbart, „im Kinnbereich leicht grau“. Nach bisherigen Ermittlungen hat der Unbekannte den Baumarkt am Freitag um 16.20 Uhr zu Fuß verlassen.

          Die Behörden betonten zugleich ausdrücklich, es sei nicht gesichert, dass der Kauf der üblicherweise für Reinigungsarbeiten bestimmten Chemikalien im Zusammenhang mit einer „kriminell motivierten Verwendung“ stehe. Man nehme die Hinweise „insbesondere mit Blick auf die aktuelle Sicherheitslage und die Verantwortung für die Bürgerinnen und Bürger sehr ernst“. Falls der Gesuchte sich selbst wiedererkenne und die Chemikalien für den Hausgebrauch bestimmt gewesen seien, soll er umgehend Kontakt mit einer Polizeidienststelle aufnehmen. Zeugen, die den Mann kennen, wurden gebeten, sich über den Notruf 110 an die Polizei zu wenden.

          Die Online-Ausgabe der „Bild“-Zeitung spekulierte unmittelbar nach Bekanntwerden der Fahndung darüber, dass der Rosenmontagszug womöglich aus Sicherheitsgründen abgesagt werden könnte, wenn der Mann nicht gefunden wird. Zugleich zitierte das Portal aber den Zug-Leiter Christoph Kuckelkorn, der zur Ruhe mahnte mit den Worten: „Wir sind von den Sicherheitsbehörden informiert worden, stehen im engen Kontakt. Die Polizeibeamten in Köln sehen derzeit keinen Kausalzusammenhang zwischen der Fahndung und dem Rosenmontagszug. Da wir noch fast zwei Wochen Zeit bis zum Straßenkarneval bzw. Rosenmontagszug haben, bleiben wir gelassen. Sollte es sicherheitsrelevante Gründe zur Absage des Zuges geben, würden die Sicherheitsbehörden, also das zuständige NRW-Ministerium, dies entscheiden.“

          Die Polizei selbst wollte sich zu der Mutmaßung, eine möglicherweise ergebnislose Fahndung nach dem Unbekannten könne Auswirkungen auf den bevorstehenden Karneval in Köln haben, nicht äußern.

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