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Ein bildungspolitischer Flickenteppich : So unterschiedlich lernt man in Deutschland

Bild: FAZ.NET

Bildungspolitik aus einem Guss haben auch Bundeskanzlerin Merkel und ihre Ressortministerin Schavan immer wieder angekündigt. Doch Schulpolitik ist Ländersache - und die machen ausgiebig von ihrer Freiheit Gebrauch. 16 Länder, 16 Schulsysteme: ein interaktiver Überblick von FAZ.NET.

          Deutschlands Schullandschaft gleicht einem Flickenteppich: 16 Länder, 16 Schulsysteme. Die Durchlässigkeit innerhalb des jeweiligen Landessystems gehört zu dessen wichtigsten Erfolgsfaktoren, das haben alle internationalen und nationalen Vergleichsstudien belegt. Doch die Durchlässigkeit wird etwa durch das zwölfjährige Gymnasium nicht erleichtert, weil es parallel länger dauernde andere Bildungsgänge gibt.

          Heike Schmoll

          Politische Korrespondentin in Berlin, zuständig für die „Bildungswelten“.

          So haben die meisten Länder neben dem Gymnasium integrative Schulformen aufrechterhalten, die in 13 Jahren zum Abitur führen können, aber auch andere Schulabschlüsse anbieten. Wenn schon der Schulformwechsel innerhalb eines Landes schwierig ist, kann es nicht überraschen, dass der Umzug von einem Bundesland in ein anderes mit außerordentlich großen Problemen verbunden ist.

          Länder nutzen ihre Freiheit

          Daran haben auch die sogenannten Bildungsstandards der Kultusministerkonferenz nichts Wesentliches geändert. Sie sollten eigentlich dazu dienen, in jedem Fach ein bestimmtes Standardniveau festzulegen, das in einer bestimmten Jahrgangsstufe erreicht werden muss. Ein bewährtes Mittel, den Leistungsstand in einem Land und darüber hinaus festzustellen, sind die bundesweiten Vergleichstests wie etwa „Vera“ für Mathematik und Deutsch in der Grundschule, an denen sich jedoch nicht alle Bundesländer beteiligen. Selbst solche zentralen Feststellungen des Leistungsstands lösen also das Problem ganz unterschiedlicher Schulsysteme nicht.

          Vielfalt im Sinne eines fruchtbaren Wettbewerbs um unterschiedliche Wege zu einem gemeinsamen Bildungsziel ist ein föderalistischer Grundsatz, zu dem sich alle Bundesländer bekennen. Die Kultusministerkonferenz spricht aber gleichzeitig von ihrer gesamtstaatlichen Verantwortung. Da ihre Beschlüsse in den meisten Fällen nur Empfehlungscharakter haben und die Bildungs- sowie vor allem die Schulpolitik Sache der Länder ist, nutzen diese ihre Freiheit. Das hat sich seit der ersten Stufe der Föderalismusreform noch verschärft.

          Zwei Grundtendenzen sind in der Schulentwicklung erkennbar: In vielen Ländern gibt es eine Tendenz zu zweigliedrigen Systemen, aber auch die gegenläufige Entwicklung kommt vor, dass sich also zweigliedrige Systeme plötzlich wieder ausdifferenzieren. Die Bereitschaft, das gemeinsame Lernen mit einer verlängerten Grundschule oder integrativen Schulformen zu ermöglichen, steigt, obwohl es dafür keine empirisch belegbaren Begründungen gibt.

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