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Ehrenkreuz für Tapferkeit : Soldatisches Dienen anerkennen

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Franz Josef Jung regte die Auszeichnung für Tapferkeit an Bild: dpa

Ist uns wirklich gegenwärtig, was der Dienst in den Streitkräften für den einzelnen bedeutet: welche Lasten und Gefährdungen? Mit dem „Ehrenkreuz der Bundeswehr für Tapferkeit“ verleihen wir unserem Dank und unserer Anerkennung Ausdruck. Ein Beitrag von Verteidigungsminister Franz Josef Jung.

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          Die Rekruten der Bundeswehr geloben zum Beginn ihrer Dienstzeit, „der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des Deutschen Volkes tapfer zu verteidigen“. Viele von uns haben diese Worte selbst einmal gesprochen oder erinnern sich daran, wie der eigene Sohn als Wehrpflichtiger diesen Eid gelobt hat. Am 20. Juli dieses Jahres waren wir Zeugen, als die Rekruten des Wachbataillons in Berlin vor dem Reichstag ihr Feierliches Gelöbnis abgelegt haben. Altbundeskanzler Helmut Schmidt hat ihnen in einer beeindruckenden Rede versichert, dass die Politik sie nicht missbrauchen werde.

          Zu den Besonderheiten des Dienstes in der Bundeswehr zählt seit Beginn das herausgehobene Treueverhältnis, welches auch die Gefährdung von Leib und Leben im Einsatz für den Frieden bedeuten kann. Die Fernsehbilder aus den Einsatzgebieten in Afghanistan, auf dem Balkan, vor der Küste des Libanons, in Afrika, im Kaukasus oder von der Einsatzunterstützung in der Heimat vermitteln davon nur einen flüchtigen Eindruck.

          Ist uns wirklich gegenwärtig, was der Dienst in den Streitkräften für den einzelnen bedeutet: welche Lasten und welche Gefährdungen? Bei meinen Truppenbesuchen in den Einsatzgebieten, aber auch in den Standorten in der Heimat kann ich mir ein sehr konkretes Bild von den besonderen Anforderungen an die Angehörigen der Bundeswehr machen. Die Einsatzwirklichkeit bestimmt heute ganz wesentlich den Alltag. Darin unterscheidet sich die Bundeswehr von heute ganz erheblich von früheren Zeiten.

          Besondere Auszeichnung: Das Ehrenkreuz für Tapferkeit
          Besondere Auszeichnung: Das Ehrenkreuz für Tapferkeit : Ehrenkreuz für Tapferkeit Bild: Bundesministerium der Verteidigung

          Der Einsatz der Bundeswehr prägt Deutschlands Bild in der Welt, und er dient unseren Interessen. Denn das politische und wirtschaftliche Gewicht unseres Landes hängt ganz wesentlich von der Absicherung des Friedens in Freiheit ab. Wir stehen zu unseren größer gewordenen internationalen Verpflichtungen und unserer Verantwortung für die Eine Welt. Dafür leisten Tag für Tag Soldatinnen und Soldaten, zivile Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihren Dienst. Sie verdienen daher unseren Dank und unsere Anerkennung.

          Orden und Ehrenzeichen sind seit jeher Ausdruck der Anerkennung soldatischen Dienens durch die Gesellschaft. Dies gilt auch für Streitkräfte in der Demokratie. Bei unseren Partnern, in Frankreich genauso wie in Großbritannien oder Amerika, sind Tapferkeitsauszeichnungen gang und gäbe, um das im Dienst geleistete in angemessener Weise anzuerkennen. Ich bin deshalb dem Bundespräsidenten dankbar, dass er meine Anregung für eine Tapferkeitsauszeichnung für die Angehörigen der Bundeswehr aufgegriffen und das „Ehrenkreuz der Bundeswehr für Tapferkeit“ als weitere Stufe des Ehrenzeichens der Bundeswehr genehmigt hat. Auf diese Weise können künftig Angehörige der Bundeswehr gewürdigt werden, die in ihrem Dienst für unser Land Herausragendes geleistet haben.

          Diese Tapferkeitsauszeichnung ist eine weitere Form des bereits 1980 gestifteten Ehrenzeichens der Bundeswehr. Sie steht damit ganz bewusst in der Tradition der Bundeswehr, die in ihrem Selbstverständnis als Streitkräfte in der Demokratie und im Einsatz für den Frieden auf eine nunmehr über 50-jährige erfolgreiche eigene Geschichte zurückblicken kann.

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